Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NORWEGEN: Rentierwurst und Rockmuseum

Auf Fischmärkten flanieren, Rockmusik hören und im eiskalten Fjord schwimmen: Trondheim wird im Sommer zur pulsierenden Studentenstadt.
Geraldine Friedrich

Singend radelt ein älterer Herr morgens entlang der Hafenpromenade; ein junger Mann, von Oberarm bis Wade tätowiert, tut dies in kurzer Hose – und sonst nichts – im Stadtzentrum Trondheims. Mutter und Tochter lassen sich in der Fussgängerzone frisieren und etwa 200 Sportbegeisterte treffen sich zum Pilates im Park und strecken gemeinsam ihre Popos in die Höhe.

Die für mittelnorwegische Verhältnisse tropischen Temperaturen von 27 Grad lassen den zurückhaltenden Trönder, so nennen sich die Einwohner der Region Tröndelag in und um Norwegens drittgrösste Stadt, zum Temperamentsbolzen werden. Bei einem Longdrink auf der Dachterrasse des Clarion Hotels, direkt am Trondheimfjord gelegen, bewundern die überwiegend norwegischen Gäste den mediterran anmutenden Sonnenuntergang. Touristen sollten dabei nicht den Fehler machen und etwa einen Campari Orange bestellen, dieses Getränk kennen die jungen, schwedischen Gastarbeiter nicht. Besser: einen Hugo ordern, eine Mischung aus Sekt und Holunderblütensirup.

Trondheim hat 185000 Einwohner – und jedes Jahr kommen 3000 dazu. Die beliebte Studentenstadt – sie ist auch Anlegestelle der Schiffe der Hurtigruten – pulsiert. Das Kulturangebot ist gross. Zahlreiche Restaurants in der Innenstadt haben neu eröffnet. Wer sich für die Musik der vergangenen 60 Jahre begeistert, ist gut im Museum Rockheim aufgehoben. Dort erfahren Besucher Überraschendes über Norwegens Pop- und Rockgeschichte. Wer Hunger bekommt, deckt sich in der erst 2015 eröffneten Markthalle mit fangfrischem Fisch, Rentierwurst und Bier von Norwegens Mikrobrauereien ein.

Touristen verirren sich nur selten ins Bad Sjobadet

Ein Sprung in den Trondheimfjord verschafft garantiert Abkühlung, denn selbst im Sommer bringt es das Meer auf kaum mehr als 15 Grad. Fast nostalgisch wirkt das hölzerne Bad Sjobadet an der Uferpromenade. Es wird von einem Verein mit rund 140 Mitgliedern betrieben, für Nichtmitglieder kostet der Eintritt 60 NOK (etwa sieben Franken). Geplant sei der Bau einer Sauna, erklärt Bente, 46, selbst Mitglied. Eher selten verirren sich Touristen dorthin. Freundlich und neugierig erkundigen sich daher die anwesenden Schwimmer, woher man kommt und warum man hier ist. Die Hartgesottenen springen auch im Winter ins eisige Wasser. Bente: «Wenn du im Winter freitags zwischen halb fünf und halb sechs hier bist, komm doch vorbei!»

Geraldine Friedrich

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.