Online-Videodienste müssen in EU mehr europäische Filme anbieten

Mehr europäische Filme in Videoabrufdiensten wie Netflix und mehr Jugendschutz in Plattformen wie Youtube oder Facebook - darauf zielt eine Richtlinie ab, die das EU-Parlament am Dienstag in Strassburg verabschiedet hat.

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Mehr europäische Filme auf Netflix - das schreibt eine neue Richtlinie vor, die das EU-Parlament verabschiedet hat. (Bild: KEY/Elise Amendola)

Mehr europäische Filme auf Netflix - das schreibt eine neue Richtlinie vor, die das EU-Parlament verabschiedet hat. (Bild: KEY/Elise Amendola)

(sda) Zur Förderung der kulturellen Vielfalt in Europa müssen die Kataloge von Video-on-demand-Anbietern künftig mindestens 30 Prozent europäische Filmproduktionen enthalten. Die EU-Staaten können von ihnen ausserdem eine Beteiligung an der Filmförderung verlangen.

Zudem sollen die Jugendschutz-Vorschriften künftig nicht nur für das herkömmliche Fernsehen gelten, sondern auch für Online-Videodienste und Plattformen. Der Entwurf enthält Vorschriften zum Schutz vor allem von Kindern und Jugendlichen vor schädlichen Inhalten - etwa Darstellungen von Gewalt, Aufrufen zu Hass und Terror oder auch Pornographie. Die Plattformen werden verpflichtet, rasch zu handeln und schädliche Inhalte zu entfernen.

Vorgesehen ist auch eine Einschränkung der Werbung: Sie darf von 6.00 Uhr morgens bis 18.00 Uhr nicht mehr als 20 Prozent der Sendezeit ausfüllen. Das gleiche gilt für die Prime-time-Phase zwischen 18.00 Uhr und Mitternacht.

Auf die Neuregelung hatten sich vorab Unterhändler des EU-Parlaments und der EU-Staaten geeinigt. Der Text tritt mit der formellen Zustimmung der EU-Staaten in Kraft, was in Kürze der Fall sein dürfte. Die einzelnen Mitgliedsstaaten haben dann 21 Monate, um die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.