Opel Karl – ein preiswertes und praktisches Alltagsauto

In Rüsselsheim entwickelt und in Asien gebaut: Er ist klein, hat drei Zylinder und immer fünf Türen und eine Fünfgang-Handschaltung. Mit dem Karl baut Opel seine Modellpalette nach unten aus.

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Der Opel Karl erfüllt die Kriterien eines Kleinstwagens voll und ganz. (Bild Werk)

Der Opel Karl erfüllt die Kriterien eines Kleinstwagens voll und ganz. (Bild Werk)

Wie beim Adam setzt Opel auch beim Einstiegsmodell auf einen Namen aus dem Stammbaum der Familie. Carl, damals noch mit C geschrieben, war einer der fünf Söhne von Adam Opel. Jetzt ist er ein 3,68 Meter kurzes Kerlchen und kommt immer mit fünf Türen daher. Er trägt ein freundliches Gesicht im aktuellen Opel-Stil, zwei auffällige Falze an der Flanke und grosse, leicht umlaufende Heckleuchten – ein ansehnlicher Kleinwagen eben. Anders als der praktisch gleich lange Adam ist er kein Lifestyle-Mobil, sondern ein preiswertes, praktisches Alltagsauto.

Opel-Einfluss ist spürbar

Das Cockpit ist schlicht: kein Schnickschnack, gut ablesbare Instrumente, einfache Kunststoffe, viel Ablagefläche und alles ordentlich verarbeitet. Vorne gibt es genügend Bewegungsfreiheit, und im Fond überstehen auch Erwachsene, auch wenn es echt eng ist, kurze Strecken schmerzfrei. Nur für das Gepäck wird es eng: Der Kofferraum schluckt bescheidene 206 Liter, kann aber bei vorgeklappter Rücksitzbank, wenn er bis unter das Dach gefüllt wird, auf 1013 Liter erweitert werden. Zaubern können auch die Entwickler General Motors nicht, der Karl teilt sich die Technik bekanntlich mit dem Chevrolet Spark. Doch der Opel-Einfluss ist deutlich spürbar. Die Sitze zum Beispiel sind typisch Opel, nämlich gross, gut gepolstert und sind auch auf langen Strecken angenehm.

Fünf Türen sind beim Karl serienmässig. In der Basisversion kostet der Kleine 11 950 Franken (Modell Enjoy 13 650 Fr.; Modell Cosmos 15 950 Fr.). Auch der Motor stammt von Opel. Es gibt nur den einen, dazu immer ein von Hand geschaltetes Fünfganggetriebe. Der 1,0-Liter-Benziner leistet gute 75 PS (55 kW), dies ohne Direkteinspritzung und Aufladung. Der Dreizylinder ist mit den 75 Pferdestärken flott unterwegs, was nicht zuletzt auch auf das geringe Gewicht von 939 Kilogramm zurückzuführen ist.

Für den Stadtverkehr attraktiv

Der Karl fährt sich handlich, liegt für einen Kleinwagen ziemlich ruhig in der Spur, ist allerdings in den höheren Drehzahlbereichen (maximal 6500 Umdrehungen pro Minute) nicht gerade leise. Abroll- und Motorgeräusche sind im Wageninnern sehr präsent. Und er schafft mit längerem Anlauf einen Spitzenwert von über 160 km/h. Opel verspricht im kombinierten Verkehr einen durchschnittlichen Verbrauch von 4,5 Litern. Ein Wert, der – wie meistens bei Werkangaben – kaum einzuhalten ist. So 5,5 Liter schluckt der wendige Kleinwagen schon, auch wenn er nicht permanent im oberen Drehzahlbericht gefahren wird. Und dank einem Wendekreis von 9,80 Metern macht er das Einparken leicht, was den kleinen Flitzer speziell für den Stadtverkehr attraktiv macht. Insgesamt macht der Karl einen lebhaften und sicheren Eindruck, nicht zuletzt auch aufgrund seiner Sicherheits- und Komfortelementen aus höheren Segmenten.

pd/le

Infos: www.opel.ch