Opel macht beim Astra erfolgreiche Magerkur

Opels wichtigstes Modell geht in die elfte Generation. Im Vergleich zum Vorgänger ist kein Stein auf dem anderen geblieben.

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Optisch attraktiv: der Opel Astra (links) und der Astra Sports Tourer.Bild WErk

Optisch attraktiv: der Opel Astra (links) und der Astra Sports Tourer.Bild WErk

Geschichte: Einst gehörte der Astra – wie zuvor sein Vorgänger Kadett – zu den Bestsellern in der Schweiz. Er hatte ein Abonnement auf Platz 2 und konnte in den 90er-Jahren sogar einmal den VW Golf vom Thron stossen. Dann brach die SUV-Welle über uns herein, der Astra und Konsorten fielen tief, lediglich der Golf blieb unangetastet.

Dass die Verkäufe von Opels einstigem Volumengaranten einbrachen, lag auch am Produkt: zu schwer und im Fond zu eng – trotz gewachsenen Aussenmassen. Auch die Motoren konnten mit der Konkurrenz nicht ganz mithalten. Mit der ab sofort verfügbaren neuen Ausgabe soll dies alles korrigiert sein. Das will man auf Anhieb nicht glauben, der Neue sieht nicht viel anders aus. Ein Rezept, das VW beim Golf seit Jahrzehnten vormacht: Die Kunden sollen nicht alt aussehen, wenn eine neue Generation auf den Markt kommt, das hilft auch beim Werterhalt.

Leichter und sparsamer

Genauer hingeguckt sieht man, dass kein Stein auf dem anderen geblieben und der neue Astra sogar um fünf Zentimeter geschrumpft ist. Trotzdem haben die Entwickler für die im Fond Sitzenden etwas mehr Platz gefunden. Der Kofferraum ist mit 370 Litern Fassungsvermögen gleich gross und damit im Klassendurchschnitt. Dazu konnte das Auto bis zu 200 kg abgespeckt werden, was sich 1:1 auf den Verbrauch auswirkt, ohne dass dank der Verwendung von Leichtbaustählen beim Crashverhalten Abstriche gemacht werden mussten. Und das funktioniert so: Wenn man die Aussenmasse stutzt, spart man einige Kilo, und damit setzt sich eine Spirale in Gang; leichtere Bremsen, leichtere Auspuffanlage etc. Allein die Rohkarosserie des neuen Astra ist 77 kg leichter. Die logische Folge: Fahrkomfort und Agilität steigen. Das hat sich auf den ersten Probefahrten bestätigt, auch wenn der Astra auf Temposchwellen ziemlich bockig anfedert.

Moderater Benzinverbrauch

Hervorgetan hat sich auch der neue Einliter-Dreizylinder-Turbobenziner, ein Motorkonzept, das die Konkurrenz schon länger im Angebot hat. Leise, durchzugskräftig und eben sparsam, für hubraumverliebte Autofahrer ein Aha-Erlebnis. Der 1,0-Liter-Ecoflex-Motor mit 105 PS wird mit 4,4 l/100 km Gesamtverbrauch eingestuft. Das wird man in der Praxis zwar kaum erreichen, aber unter 6 Liter sind drin, das ist für einen geräumigen und ausgewachsenen Benziner mit einer Beschleunigung von 0–100 km/h in 11,5 Sekunden ein guter Wert. Opel darf sich Hoffnungen machen, dass der Astra 1,0 in der Effizienzkategorie A eingestuft wird. Für den angekündigten grösseren Sports Tourer – früher wurden die Kombis bei Opel Caravan genannt – dürfte es nicht reichen. Da muss man einen Diesel wählen. Der 1,6 CDTi mit 100–136 PS und bis zu 320 Nm maximalem Drehmoment bleibt unter 100 g/CO2 pro Kilometer und verbraucht theoretisch 3,4 l/100 km.

Opel hat den Anschluss wieder geschafft und unterstreicht dies mit attraktiven Preisen. Diese starten ab 20 900 Franken, und selbst ein top ausgestatteter 1,4 Liter Turbo mit 150 PS bleibt unter 30 000 Franken. Goodies wie das intelligente Matrix-Lichtsystem IntelliLux LED, Massagesitze mit Ventilation muss man extra bezahlen, aber die Aufpreisgestaltung bleibt moderat.

Und, obwohl der Astra optisch nahe am Vorgänger ist: Der Neue sieht verdammt gut aus.

wi

Infos: www.opel.ch