Pandemie
Die aktuelle Lage in den Spitälern: Bei vielen ist Omikron nicht der Grund für die Einweisung

Die extrem hohen Corona-Fallzahlen wirken sich auf die Schweizer Spitäler aus - aber bei den meisten Patienten ist nicht Corona der Grund für die Einweisung. Heikel wird es wegen Personalausfällen.

Sabine Kuster
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Covid-Isolierstation im Unispital Zürich. Eine Reinigungs-Mitarbeiterin kleidet sich ein.

Covid-Isolierstation im Unispital Zürich. Eine Reinigungs-Mitarbeiterin kleidet sich ein.

Sandra Ardizzone

Inklusive der Dunkelziffer infizieren sich aktuell täglich vermutlich rund 100'000 Personen in der Schweiz mit der Omikron-Variante des Corona-Virus. Das sieht man unterdessen auch bei den Hospitalisationen, in die Spitäler wird ein grosser Teil nur «mit Corona» eingewiesen und nicht «wegen».

In den meisten Kantonsspitälern hat die Zahl der Corona-Patienten längst den letzten Peak von Ende Dezember 2021 überschritten. Doch der Anteil der Patienten, die das Spital aus anderem Grund aufsuchen mussten, ist weiter gestiegen. So meldet das Universitätsspital Zürich, dass bei den Coronapatienten auf der normalen Bettenstation nur bei einem Viertel die Corona-Infektion das Hauptproblem sei. Im Dezember waren schweizweit noch 50 bis 80 Prozent aller Corona-Patienten auch tatsächlich wegen Corona hospitalisiert.

Fasnacht zeigt sich nicht auf allen Intensivstationen

Auf die Intensivstationen haben sich die hohen Infektionszahlen bis jetzt kaum ausgewirkt. Im Universitätsspital in Genf und im Aargau sind die Zahlen leicht sinkend. Und trotz der mit der Fasnacht verbundenen Menschenansammlungen ist im Kanton Luzern die Zahl der Corona-Patienten in Intensivpflege konstant geblieben. In Basel hingegen verdoppelten sich die Patienten seit Anfang März von durchschnittlich 7 auf nun 15. Und in St. Gallen von durchschnittlich 3 auf 7 Intensivpatienten mit Corona.

Stark unter Druck ist jedoch das Universitätsspital Zürich USZ: Dort beträgt die Auslastung der Intensivstation aktuell 94 Prozent und ist damit so hoch wie Ende Dezember 2021. Für die hohe Auslastung ist aber nicht nur die Omikron-Welle verantwortlich sondern auch die Personalausfälle und andere Krankheitsgründe: Die Coronapatienten (ob mit oder wegen Corona) machen «nur» noch rund 25 Prozent aller Intensivpatienten aus und nehmen aktuell leicht ab. Ende Dezember 2021 betrug der Anteil der Coronapatienten auf den Intensivstationen schweizweit fast 40 Prozent.

Von diesen 25 Prozent Corona-Intensivpatientinnen leiden die meisten tatsächlich an Corona: Laut Katrin Hürlimann, Sprecherin des USZ, sind drei von vier Corona-Intensivpatienten wegen der direkten Folgen einer Corona-Infektion dort und nicht nur «mit» Corona.

Infektions-Peak könnte erreicht sein

Der zweite Omikron-Peak könnte in der Schweiz nun erreicht sein, in den Spitälern jedoch nicht: Diese spüren die Auswirkungen der Infektionen mit bis zu zwei Wochen Verzögerung. Doch das grössere Problem sind zum Beispiel in Zürich, Aarau und Basel die eben vielen Personalausfälle wegen Corona-kranker Spital-Angestellten.