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Pflegende Schwester erhält Orden

Schwester Liliane Juchli hat Generationen von Pflegefachleuten in den Beruf eingeführt. Nun ist sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.
Balz Bruder
Der Deutsche Botschafter in Bern, Norbert Riedel, zeichnet Schwester Liliane Juchli mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Bild: PD

Der Deutsche Botschafter in Bern, Norbert Riedel, zeichnet Schwester Liliane Juchli mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Bild: PD

85-jährig wird sie in diesem Herbst. Schwester Liliane Juchli ist eine lebende Legende – auch wenn sie diese Bezeichnung mit Sicherheit zurückweisen würde. Tatsache ist gleichwohl, dass die Ingenbohler Schwester wie keine andere die Entwicklung, Professionalisierung und Lehre der Pflege geprägt hat. Und dies nicht nur in der Schweiz, wo sie 1933 im aargauischen Nussbaumen geboren wurde, sondern im gesamten deutschen Sprachraum.

Nicht von ungefähr ist denn auch von der «Juchli-Bibel» die Rede, wenn es um das Lehrbuch «Umfassende Krankenpflege» geht, das in Millionenauflage erschien und zum Standardwerk in der Pflegeliteratur wurde. Es war eine Pionierleistung, die Generationen von Pflegefachleuten geprägt hat. Die Autorin, nachmalige Ehrendoktorin der Universität Fribourg, legte für viele angehende Berufsleute den Grundstein für die theoretische und praxisorientierte Ausbildung.

Das sei aller Ehren wert, fand auch unser nördliches Nachbarland. Und so kam es, dass Schwester Liliane Ende Juli vom deutschen Botschafter in Bern, Norbert Riedel, mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet wurde. Seit ihrer Jugend habe sich Liliane Juchli für die Qualitätsentwicklung in der Kranken- und Behindertenpflege eingesetzt – als Krankenschwester, Lehrerin für Krankenpflege, Dozentin in der internationalen Weiterbildung und Referentin an internationalen Kongressen.

In der Tat führte der Weg der Schwester, die Anfang der 80er-Jahre von ihrem Orden für ihre Arbeit als Botschafterin der Pflege freigegeben wurde, von Spitälern in der Deutschschweiz und im Tessin über spital- und ordenseigene Pflegeschulen bis zur Kaderschule für Krankenpflege des Schweizerischen Roten Kreuzes in Aarau. Wahrhaft eine «Reisende für Pflege» – was sie nicht so gern hörte. Viel lieber war ihr die Bezeichnung «Wenn schon, dann Reisende in Hoffnung».

Schwester Liliane Juchli war damit eine Wegbereiterin für den Ansatz, den pflegebedürftigen Menschen in seiner Ganzheitlichkeit und mit seinen persönlichen Bedürfnissen zu erfassen – nicht nur in seinem Krank-, sondern auch in seinem Gesundsein. Sie war aber auch eine, die von den Entwicklungen in der Pflege und deren Positionierung gegenüber der Medizin beeinflusst wurde. Weg vom «Zudienen», hin zur eigenständigen Disziplin auf Augenhöhe – das erlebte Liliane Juchli als Praktikerin ebenso wie als Lehrende.

Dass sie durch ihr jahrzehntelanges, unermüdliches Wirken eine kleine Berühmtheit wurde, mag die bescheidene Frau nicht übermässig beeindruckt haben. Nichtsdestotrotz ist eine Rose nach ihr benannt. Es gibt einen Dokumentarfilm zum 80. Geburtstag von Schwester Liliane. Und seit 2012 wird im schwyzerischen Siebnen eine «Juchli-Bibliothek» mit Büchern, Manuskripten, Videos und Fotos von und über die Pflege-Pionierin aufgebaut.

Übrigens: Auch im hohen Alter ist Liliane Juchli noch immer für ihre Sache unterwegs. Sie ist Mitglied des Initiativkomitees, das die Volksinitiative für eine starke Pflege lanciert hat, und trat bei der Einreichung im November des vergangenen Jahres vor dem Bundeshaus auf. Sie fesselte das Publikum so, wie sie zuvor ihre Zuhörerschaft in Lehrsälen und an Pflegebetten in ihren Bann gezogen hatte.

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