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«Playmobil» BMW i8

Im Zusammenhang mit dem BMW i8 von einem Spielzeug zu sprechen, ist nicht abwegig, wird der Sache aber nur halbwegs gerecht. Das Auto hat etwas Zukunftsweisendes – und es bietet eine enorme Leichtigkeit.
Das Design des BMW i8 ist der Aerodynamik mit möglichst geringen Luftwiderstandswerten geschuldet. Auffällig sind die Flügeltüren. (Bild Felix von Wartburg)

Das Design des BMW i8 ist der Aerodynamik mit möglichst geringen Luftwiderstandswerten geschuldet. Auffällig sind die Flügeltüren. (Bild Felix von Wartburg)

Jil Lüscher

Mit dem i8 (i = Innovation) hat BMW letztes Jahr ein Auto auf den Markt gebracht, das Neugier weckt und auffällt. Man guckt hin und fragt sich, was das genau ist, und man staunt, wenn sich die Türen öffnen – Flügeltüren. In der Tat würde man dem i8 rein optisch die Fähigkeit, fliegen zu können, zutrauen. Aber: Auch wenn der Ausdruck «Mogelpackung» total unzutreffend ist, so suggeriert das Auto doch mehr Leistung, als es letztlich bietet – in die Liga Audi R8, McLaren, Lambo oder Ferrari gehört der i8 nicht, will er auch nicht. BMW verfolgt mit diesem Modell andere Ziele: Annäherung zum Antriebssystem der Zukunft – der i8 ist ein Plug-In-Hybrid mit Elektro- und Benzinmotor – sowie ein komplett neuer Ansatz im Bereich Fahrzeugkonstruktion standen der Konzeptionierung des Modells Pate. Ziel: agiles, dynamisches Fahrverhalten bei tiefen Verbrauchswerten.

«Nur» Dreizylinder-Motor

Diesem Ziel geschuldet ist ein von BMW neu entwickelter Reihendreizylindermotor. Das 1,5-Liter-Aggregat liefert dank Doppelturbo-Technologie 170 kW/31 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment. Diese Kraft wird an die Hinterachse abgegeben. Die Leistung des Elektromotors von 96 kW/131 PS und einem maximalen Drehmoment von 250 Newtonmeter, geht an die Vorderräder. Im Zusammenspiel beider Motoren verfügt der i8 über 266 kW/363 PS Leistung. Die 100-km/h-Marke kann dadurch in 4,4 Sekunden geknackt werden. Das ist ganz ordentlich, aber halt nicht so toll, wie es das Design der Karosserie vermuten lässt. Diese besteht aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK), ein Material, das in der Formel 1 benutzt wird. Auch Aluminium, Magnesium und gehärtetes Dünnglas sind im i8 verbaut. Trotz der gewichten Batterien und dem Elektromotor wiegt der BMW i8 so weniger als 1500 kg. Für einen Plug-in-Hybriden mit 2+2 Sitzen ist das relativ leicht. Und tatsächlich: Das Auto fährt sich auch so unglaublich «leichtfüssig», dass die vergleichsweise geringe Motorenleistung überhaupt nicht negativ ins Gewicht fällt, im Gegenteil.

Krux mit der Flügeltüre

Man staunt ob der Potenz, die der Wagen an den Tag legt. Es sei gerne wiederholt: Der Wagen wirkt ausgesprochen dynamisch und agil. Jeder Mittelklassewagen fühlt sich dagegen wie Flugzeugträger an. Der Benzinmotor ist allerdings etwas knurrig, wenns im Sportmodus – wählbar sind total 5 unterschiedliche Fahrmodi – zur Sache geht. Das Interieur ist sehr wertig, ergonomisch perfekt und ausgesprochen modern. Top das sehr gut sichtbare und platzierte Head-up-Display. Top auch die leichten, aber idealen Sitze. Flügeltüren, Einstieg und minimaler Kofferraum schränken die Alltagstauglichkeit des i8 jedoch etwas ein. Bei jeder Parklücke besteht zudem das Risiko, dass man definitiv eingeparkt wird, weil man die Flügeltüren, die ziemlich viel Platz beanspruchen, nicht mehr öffnen kann. Sie erschweren auch das Ein- und Aussteigen, das eh schon aufgrund der tiefen Lage und der überbreiten Türschwelle ein Akrobatikakt ist. Einmal drin, ist die Sitzposition allerdings perfekt, und man hat nicht mal das Gefühl, so tief am Boden zu kleben – eher, mit dem BMW i8 zu schweben.

Bleibt der Preis: 154 500 Franken in der Grundausstattung (181 560 Fr. Testauto) sind viel Geld für ein Auto, das nach dem heutigen Verständnis zur Antriebstechnologie weder Fisch noch Vogel ist. «Freude am Sparen» dürfte denn auch die Triebfeder für den Kauf sein. Mit relativ wenig Benzin (BMW deklariert 2,2 l/100 km/h; Testphase 5,5 l) kann man genial flink unterwegs sein. Rund 37 Kilometer sind rein elektrisch zu machen und zusammen mit einer Tankfüllung von gut 40 Litern 98er-«Most» sind 600 Kilometer Reichweite kein Problem für den BMW i8. Das ist doch für ein «Playmobil» gar nicht mal so schlecht.

Steckbrief BMW i8

Motor (Hinterachse): R3-Benziner, 1499 ccm, Twinturbo, Direkteinspritzung mit 170 kW/231 PS bei 5800 U/min; Max. Drehmoment: 320 Nm bei 3700 U/min
Elektromotor (Vorderachse): Spitzenleistung 96 kW/131 PS bei 4800 U/min, Nennleistung 75 kW/102 PS bei 4800 U/min; 250 Nm Drehmoment ab 0 U/min; Rekuperationsleistung: 60 kW
Systemleistung: 266 kW/362 PS; V-Max elektrisch laut Werk 120 km/h; Benzinmotor 250 km/h (elektr. abgeregelt)
Beschleunigung: 0 bis 100 km/h in 4,4 Sekunden
Verbrauch: 2,1 Liter; CO2-Emissionen 49 g/km (Euro 6); Luftwiderstandsbeiwert: 0,26
Leergewicht: 1485 kg
Masse: 4,69 m lang, 1,94 m breit, 1,30 m hoch (mit geöffneten Türen 1,99 m); Radstand: 2800 mm
Kofferraumvolumen: 154 Liter
Wendekreis: 12,3 m
Räder/Reifen: 7J x 20 195/50 R20 (vorne), 7,5 J x 20 215/45 R20 (hinten)
Preis: ab 154 000 Franken (Grundpreis)

Infos: www.bmw.ch

Cockpit mit Digitalinstrumenten prägen das Innere des i8. (Bild: PD)

Cockpit mit Digitalinstrumenten prägen das Innere des i8. (Bild: PD)

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