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PREMIUM: Volkswagen strebt nach Höherem

Als Nachfolger des VW CC, alias Passat CC, lanciert Volkswagen den Arteon. Er soll die Marke VW in der Premiumklasse vertreten.
Jürg Wick
Elegantes Coupé-Design für den VW Arteon.

Elegantes Coupé-Design für den VW Arteon.

Jürg Wick

Der im Vergleich zur Passat-Limousine neun Zentimeter längere und vier Zentimeter breitere Arteon wird zuvorderst auf die Businessmodelle von BMW (5er) und Mercedes (E-Klasse) angesetzt. Er soll den Anspruch unterstreichen, das Label VW näher an «Premium» heranzubringen, statt sich als schlichter Passat mit den preisgünstigeren Konkurrenten herumschlagen zu müssen. Bloss: Wer soll eine fünftürige Limousine in der Mittelklasse noch kaufen, wenn die Neuwagenkunden in Mitteleuropa fast uneingeschränkt zum Kombi oder zum SUV tendieren? Der Konzern-Konkurrent Audi hat es mit dem A5 Sportback vorgemacht; er verkauft sich im Gegensatz zur Basislimousine gut, während A4 und A6 fast nur noch als Kombi-Avant marktfähig sind.

Wenn also Passat oder A4, dann bitte coupéhafter Fünftürer, statt bünzliartiger Limousine mit vier Türen und «Rucksack». Der Arteon von VW bringt diese Strategie sauber rüber, auch wenn die Erfolgsaussichten bescheiden bleiben werden. Aber es gibt ja noch die USA, China und Russland, wo Sedans nicht ganz abgeschrieben sind. So die Überlegungen des Konzerns, welcher keine Nische auslassen will, um die Nummer 1 unter den Autoherstellern zu bleiben.

Auf zwei Liter grosse Hubräume beschränkt

In seiner Art kann der Top-VW jedenfalls viel Licht in die Marke projizieren, ­obwohl er sich – den CO2-Gesetzen geschuldet – motorisch anders als der Vorgänger CC auf zwei Liter grosse Hubräume beschränkt. Der stärkste Benziner – 2,0 TSI – bringt es auf 280 PS (7 Liter Verbrauch/100 km), der kräftigste Selbstzünder 2,0 TDI auf 240 PS (5,8 l/100 km), beide serienmässig mit DSG-Automatik und Allradantrieb. ­Diese Varianten imponieren auf der Strasse mit drückendem Drehmoment durchaus, können unter Last jedoch nicht ganz verschweigen, über lediglich vier Zylinder alimentiert zu werden. Die zu einem coupéhaften Aufbau gehörenden rahmenlosen Seitenfenster stören das Qualitätsgefühl nicht, und dank dem fünf Zentimeter verlängerten Radstand im Vergleich zum viertürigen Passat kommt ein geradezu fürstlicher Beinraum im Fond heraus. Die eher medio­kre Kopffreiheit hinten dürfte für Familienväter kaum Hindernis sein, sich statt eines Passats den Arteon anzulachen.

Eher schon sind es die stolzen Verkaufspreise. Die Rede ist von immerhin rund 7000 Franken Mehrpreis zum Mittelklasse-VW Passat. Ausstattungsbereinigt sieht es nicht so dramatisch aus, weil mit dem Label Arteon einige Zusatzausstattungen verbunden sind.

Schönes Automobil für Reisen

Der Fliessheck-VW kostet mindestens 44 300 Franken, was selbst dann kein Günstig-Versprechen darstellt, wenn man in die Rechnung das Gratisservicepaket mit einbezieht. Aber der Arteon soll ja auch kein Billigheimer sein, sondern schon von weitem darauf hinweisen, dass da einer parkt, der es geschafft hat. Der Kofferraum ist riesig, bis auf 1557 Liter erweiterbar, als Reiseautomobil ist er sehr tauglich, wenn man es eher dynamisch als kommod haben will, sich an den ausladenden Massen nicht stört und eher extravagant als mainstreamig auftreten möchte. Mit den optionalen 20-Zoll-Felgen federt er leider ziemlich grob. Ausser den später nachgereichten Einstiegsversionen 1,5 TSI und 2,0 TDI mit jeweils 150 PS kommt der Prestige-VW Anfang Juli zur Auslieferung, Schaltgetriebe sind ausschliesslich für die letztgenannten lieferbar, diese auf Wunsch aber auch mit 7-Gang-DSG.

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