Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

PROBEFAHRT: Mit einer Ladung durchs Land

Für gut 40000 Franken bietet Opel mit dem Ampera-e ein Elektroauto, das so weit kommt wie ein Tesla. Ein Auto, das den schleppenden Absatz von Stromautos eventuell ankurbeln könnte.
Bruno Knellwolf
Etwa 400 Kilometer weit kommt man mit dem fünfplätzigen Elektroauto Opel Ampera-e. (Bild: Bruno Knellwolf)

Etwa 400 Kilometer weit kommt man mit dem fünfplätzigen Elektroauto Opel Ampera-e. (Bild: Bruno Knellwolf)

Bruno Knellwolf

Jedes Elektroauto muss heute den Vergleich mit Tesla aushalten. Was nicht fair ist. Ein Tesla X kostet gerne mal 180000 Franken, wenn man die stärkste Batterie an Bord hat, die das Auto über 400 Kilometer weit trägt. So ein Auto können sich nur die wenigsten leisten, und so wird die Marke aus Kalifornien mit ihren Luxus-E-Autos keinen markanten Aufschwung bei den bescheidenen Verkaufszahlen von Elektromobilen bewirken.

Deshalb warteten alle gespannt auf den Moment, als Tesla sein Model 3 für den kleinen Mann präsentierte, der in der Schweiz um die 40000 Franken kosten soll und bald zu kaufen sein wird. Doch den Kaliforniern zuvor kam Opel mit seinem Ampera-e, der gleich teuer ist und ebenfalls eine Reichweite verspricht, welche die Elektromobilität einen Schritt nach vorne bringen kann: 520 Kilometer. Wie die Probefahrt zeigt, ist das aber ein theoretischer Wert.

Das bestätigt nicht nur die Testfahrt, sondern auch die Prüfung nach dem WLTP-Fahrzyklus (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure). Diese WLTP-Werte kommen dem realen Fahrverhalten näher. Denn die Reichweite eines Elektroautos hängt stark von der Streckenbeschaffenheit, dem Wetter, dem Fahrstil und der Zuladung ab. Die Ingenieure schätzen die Reichweite nach WLTP-Werten auf 380 Kilometer, was im Test in etwa erreicht worden ist.

Theoretisch wären die Kunden bereit

Opel kommt damit anscheinend einem Bedürfnis entgegen: Gemäss des Vergleichsdienstes comparis.ch würde heute jeder fünfte Schweizer zwischen 18 und 35 Jahren ein Elektroauto kaufen. Würde ist wohl die richtige Formulierung, denn im richtigen Leben steckt da mehr Absicht als Tat dahinter, wie die schlechten Stromer-Verkaufszahlen zeigen. Mit dem Opel Ampera-e hat der deutsche Autobauer aber nun ein starkes Zugpferd in seiner Palette, welches den Elektrozug beschleunigen könnte. Denn der Opel fährt sich dermassen leicht und gleich wie ein herkömmliches Auto, dass keiner den Verbrenner vermissen muss. Aus dem Stand zieht er stufenlos, locker und spritzig von der Ampel weg und auch auf der Autobahn gibt sich der 204-PS-starke Elektromotor mit seinen 260 Newtonmetern Drehmoment keine Blösse. Im mit viel Kunststoff ausgestatteten Innern des Ampera-e muss man auf nichts verzichten, was zu einem normalen Auto gehört. Bluetooth, Assistenzsysteme, Tempomat und sogar ein Head-up-Display gehören dazu. Der Sound stimmt, die Navigation auch – allerdings nur über ein angehängtes Smartphone, dessen Apps dann auf dem grossen Bildschirm erscheinen.

Gut gerüstet für den Alltag

So ist das fünfplätzige Auto eigentlich gut gerüstet für den Alltag. Die komplette Alltagstauglichkeit hat aber auch der Ampera-e nicht. Daran ist aber nicht das Auto schuld, sondern die halt immer noch ihre Zeit dauernde Ladung der 60-kWh-Hochleistungsbatterie. Eine Fahrt mit einem Elektroauto sei es nun ein Tesla oder ein Opel muss wegen der Stromladerei immer vorausgeplant werden, spontan geht immer noch nur mit Verbrennungsmotor. Günstig ist das Laden übrigens nicht. An der Ladestation kosten fünfzig Kilometer Fahrt immerhin fünf Franken.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.