Kolumne

«Querbeet»: Aromatischer als vom Grossverteiler – So gedeihen Tomaten in Ihrem Garten

In ihrer Kolumne gibt unsere Autorin Silvia Schaub diese Woche Tipps für die Tomatenzucht auf dem Balkon oder im Garten.

Silvia Schaub
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Süss-saure Tomate: Mit einigen Kniffen schmeckt sie noch besser.

Süss-saure Tomate: Mit einigen Kniffen schmeckt sie noch besser.

Bild: Getty

Wer auf den Geschmack von eigenen Tomaten gekommen ist, hat wahrscheinlich in den letzten Wochen wieder einmal ein Körbchen Treibhaus-Tomaten gekauft und hinterher beim Essen gemerkt, dass die einfach nach nichts schmecken. Dabei gibt es nichts Köstlicheres als den süsslich-sauren Duft von frischen Tomaten! Dazu braucht man nicht mal einen Garten, ein Mini-Balkon reicht. Doch ganz so einfach ist es leider nicht mit den roten Früchtchen, damit sie wirklich prächtig gedeihen.

Als Hobbygärtner lohnt es sich, auf robuste, resistente Sorten zu setzen. Die Fantasia, Sibirische Frühe, Berner Rosen, Shirley oder Matina etwa sind zuverlässige Sorten, die kein Treibhaus brauchen, einfach im Anbau sind und geschmackvolle Früchte tragen. Beliebt sind auch die kleinen Cocktail- und Kirschtomaten, besonders die ertragreichen Sorten Cocktail, Principe Borghese oder Mexican Honey. Sie gehören geschmacklich erst noch zu den Besten.

Gerade bei Einsteigern empfiehlt es sich, Setzlinge zu kaufen und die Tomaten nicht selbst aus Samen zu ziehen. Jetzt, nach den Eisheiligen, ist die ideale Zeit, sie in den Garten oder auf den Balkon in nährstoffreiche Erde zu setzen. Der Standort sollte übrigens möglichst sonnig und regengeschützt sein. Denn Regen von oben mögen sie gar nicht.

Es gibt Tomatenhüte als Schutz. Das sieht zwar etwas komisch aus, aber wenn’s nützt, ist ja gut. Natürlich sind die Pflanzen in einem speziellen Tomatenhaus besser gegen schädliche Umwelteinflüsse geschützt, aber nicht jeder hat so viel Platz zur Verfügung. Eine Hauswand oder ein improvisiertes Dach mit einer Folie reichen auch schon. Damit sie gut emporranken können, sind Rankhilfen ganz praktisch. Es geht aber auch mit Bambusstangen oder Schnüren, die locker um die Pflanze gewickelt werden und zum Beispiel an einem Gartenhag oder einer Regenrinne befestigt werden.

Und wie ist das nun mit dem Ausgeizen der Seitentriebe? Manche Tomatenliebhaber plädieren für konsequentes Ausgeizen, andere lassen ihre Tomaten wild wuchern. Alles eine Frage der Sorte, des Standorts und der Platzfrage. Bei grossfruchtigen Sorten sollte man die Seitentriebe entfernen und höchstens zwei bis drei Triebe inklusive dem Haupttrieb stehen lassen.

Bei schwachwüchsigen Buschtomaten und Wildtomaten braucht es das aber nicht zwingend. Und bei den kleinfruchtigen Sorten ist es Ihnen überlassen. Generell ist es so, dass das Ausgeizen die Qualität der Früchte verbessert – fast wie bei den Weinreben. Ausgeizen sollte man am Morgen, mit Handschuhen und an den Blattachseln, kleine Seitentriebe mit den Fingern ausbrechen, grössere abschneiden und alle zwei Wochen wiederholen.

Das Wichtigste aber ist das Giessen. Tomaten sind richtige Trinker! Aber eben: Sie sollten das Wasser nur von unten erhalten, sodass die Blätter nicht bespritzt werden. Ansonsten besteht die Gefahr von Pilzinfektionen. An heissen Tagen kann man die Tomaten sogar mehrmals täglich giessen – und sie werden es Ihnen danken mit köstlichen Früchten!