Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ratgeber

Angriff auf Nationalität: Wie reagieren?

Mein Mann und ich hielten uns kürzlich im benachbarten Ausland auf. Ein Herr sprach uns auf unsere Herkunft an. Als wir sagten, dass wir Schweizer sind, wurden wir von ihm verbal grob attackiert. Wir Schweizer seien alle Profiteure und Egoisten. Wir waren perplex und wussten nicht, wie wir reagieren sollten. Was schlagen Sie vor?
Doris Pfyl*
Doris Pfyl

Doris Pfyl

Im Leben geht es leider nicht immer harmonisch und schon gar nicht fair zu und her. So ist wohl jede und jeder irgendwann einmal mit verbalen Angriffen und Provokationen konfrontiert.

Ihr Gegenüber hat – freundlich ausgedrückt – wenig Feingefühl und Stil bewiesen. Solch grobe Äusserungen, insbesondere Fremden gegenüber, sind unanständig und unangebracht. Wer derart herausfordert, verfolgt in der Regel ein ganz bestimmtes Ziel: Er will sein Gegenüber verunsichern oder missbraucht es als «Blitzableiter». Dabei nimmt er in Kauf, den anderen vor den Kopf zu stossen und zu verletzen. Manchmal werden solche Provokationen ganz bewusst platziert, manchmal passieren sie aus einer schlechten Laune heraus oder aus Gedankenlosigkeit.

Ich denke, dass der Frust dieses Herrn nicht im Geringsten etwas mit Ihnen zu tun hatte. Seine Beweggründe sind Ihnen nicht bekannt, zeigen aber ziemlich viel Explosionsstoff. Ich wage zu behaupten, dass ein konstruktives Gespräch mit ihm nicht möglich gewesen wäre.

Auf die Schnelle einen originellen Konter zu platzieren, ist meist sehr schwierig. Gehört man nicht zu den spritzig-spontanen und schlagfertigen Typen, wird einem in der Regel das Passende erst später einfallen. Und eine Retourkutsche im Sinne von «Was behaupten Sie denn da für einen Unsinn!» zu platzieren, gehört nicht zu den stilvollen Varianten und kann auf gefährliches Glatteis führen. Ausserdem würde man sich damit auf ein ebenso tiefes Gesprächsniveau begeben.

Ich finde es sehr gut, dass Sie die Contenance bewahrt, kein Riesengeschrei veranstaltet und nicht zurückgegiftelt haben. Letzteres wirkt stets furchtbar angestrengt und zeigt dem Provokateur, dass er sein Ziel erreicht hat.

Eine Möglichkeit, dem «Angreifer» den Wind aus den Segeln zu nehmen, ist, seine Grenzüberschreitung ins Leere laufen zu lassen. Ihr Gegenüber soll dabei allerdings merken, dass Sie seine Worte wohl gehört haben, sich aber darauf nicht einlassen wollen. Gehen Sie aus der Situation heraus, indem Sie sagen, dass Sie keine Lust auf politische Diskussionen haben. Halten Sie dabei Blickkontakt, und stehen oder sitzen Sie aufrecht. Das lässt Sie selbstbewusst und «grösser» erscheinen.

Nach Beweggründen fragen

Eine weitere Möglichkeit ist es, direkt nachzufragen, was das Gegenüber mit seiner Provokation bezweckt. Wer fragt, der führt. Sie gewinnen so Zeit, sich eine treffende Antwort zu überlegen, und Ihr Gegenüber kann beim Erklären möglicherweise etwas Dampf ablassen. So ergibt sich eventuell doch noch eine begehbare Gesprächs­ebene, auf der ein anständiger Austausch möglich wird. Dabei ist es wichtig, zuzuhören und andere Meinungen zu akzeptieren. Sollte das Gespräch dann wieder aus dem Ruder laufen, dürfen Sie dieses mit klaren, aber trotzdem freundlichen Worten beenden: «Mir scheint, wir haben die sachliche Ebene verlassen. Unter diesen Umständen bin ich nicht bereit, das Thema weiter zu diskutieren.»

*Doris Pfyl ist Knigge-Trainerin, Farb- und Modestilberaterin und Ausbildnerin des Schweizer Fachverbands FSFM, www.imagemodestil.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.