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Ratgeber

Beginnendes «Buggeli» – Was kann man tun dagegen?

Mein Mann (77) hat Ansätze, ein «Buggeli» zu bekommen. Kann man dagegen vorbeugend etwas machen. Schmerzen hat mein Mann kaum, aber er schaut beim Laufen immer zum Boden. Haben Sie einen Rat?
PD Dr. med. Oliver P. Gautschi*

Ein «Buggeli» oder «Buckel» bezeichnet einen Rundrücken, (Hyperkyphose). Meistens ist ein Rundrücken kein ernstes medizinisches Problem. Teilweise kann es sich dabei aber auch um einen Morbus Bechterew oder einen Morbus Scheuermann handeln.

PD Dr. med. Oliver P. Gautschi.

PD Dr. med. Oliver P. Gautschi.

Ersteres ist eine chronisch entzündliche rheumatische Erkrankung mit Schmerzen und Versteifung von Gelenken im Brust- und Lendenwirbelsäulenbereich. Der Morbus Scheuermann ist eine Wachstumsstörung im Jugendalter, welche zu einer schmerzhaften Fehlhaltung führen kann.

Bei einem «Buggeli», welches wie bei Ihrem Mann im höheren Alter auftritt und nicht von Schmerzen begleitet ist, handelt es sich in der Regel um eine Degeneration des Rückens – ein Prozess, der natürlicherweise zum Altern dazugehört. Der Rundrücken kann von ganz leichten bis zu sehr starken Krümmungen unterschiedliche Ausmasse annehmen. Diese Art des Rundrückens ist grundsätzlich ungefährlich, wenn er nicht mit therapieresistenten Schmerzen und/oder signifikanten Einschränkungen der Alltagsaktivitäten und der Lebensqualität einhergeht. Eine Behandlung ist nur dann zwingend notwendig, wenn zunehmend Schmerzen auftreten.

Geeignete Therapien sind beispielsweise eine Haltungsschulung und ein gezieltes Training, um die Rückenmuskulatur aufzubauen. Besonders empfehlenswert sind Schwimmen, Rudern oder Aquagymnastik. Es sollten auf jeden Fall Sportarten vermieden werden, bei denen mit schweren Gewichten gearbeitet wird.

Rückenkorsett nicht zu lange tragen

Auch ein Rückenkorsett ist eine Option, um die richtige Haltung zu trainieren. Dieses sollte allerdings nicht zu lange getragen werden, da sonst ein Muskelschwund gefördert wird. Entzündungshemmende Schmerzmittel können zusätzlich etwas Linderung verschaffen. Wenn die Schmerzen so stark sind, dass etwa ein Paracetamol nicht mehr genügend hilft, sollte die Schmerztherapie mit dem Hausarzt besprochen werden.

Bei sehr starken Schmerzen oder wenn die Krümmung plötzlich auftritt, ist es wichtig, mittels bildgebender Verfahren die zugrunde liegende Ursache zu suchen. Unter Umständen liegt eine Begleiterkrankung vor, wie beispielsweise ein Knochenschwund (Osteoporose) oder eine Wirbelkörperfraktur.

Operation nur bei massiven Einschränkungen

Operativ behandelt man einen Rundrücken nur dann, wenn die Alltagsaktivitäten und die Lebensqualität massiv eingeschränkt sind und die konservativen Therapiemethoden – inklusive einer ausgebauten Schmerztherapie – nicht mehr wirken. Eine Operation birgt ein nicht unerhebliches Risiko und sollte deshalb nur als allerletzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Solange die Fehlhaltung nicht ausgeprägt ist und keinen Leidensdruck verursacht, handelt es sich in der Regel um einen normalen Alterungsprozess, dem Sie mit einer aufrechten Körperhaltung und regelmässigen Sportübungen auch präventiv entgegengenwirken können.

* PD Dr. med. Oliver P. Gautschi ist Facharzt für Neurochirurgie Neuro- und Wirbelsäulen- zentrum Zentralschweiz, Hirslanden Klinik St. Anna Luzern, www. hirslanden.ch

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