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Ratgeber

Chronische Prostataentzündung: Was kann helfen?

Seit mehreren Jahren leide ich (72) unter chronischer Prostataentzündung, mit dauerndem Brennen am Penis, Problemen bei längerem Sitzen und häufigem Wasserlösen. Ärztlich verordnete Antibiotikatherapien halfen nur vorübergehend. Gibt es andere Behandlungsmöglichkeiten? Und was können weitere Auslöser sein?
PD Dr. med. Pascal Zehnder *

Die chronische Prostataentzündung (chronische Prostatitis) beinhaltet oftmals ein Sammelsurium von unterschiedlich ausgeprägten Problemen im Urogenitalbereich. Dazu können Schmerzen (etwa an Penis, After, Hoden, Unterbauch), Harndrang mit gehäuften Toilettengängen, Brennen beim Wasserlösen, abgeschwächter Harnstrahl, Stechen nach dem Samenerguss und Erektionsprobleme gehören.

Dr. med. Pascal Zehnder.

Dr. med. Pascal Zehnder.

Etwa 5 bis 10 Prozent der Männer leiden an einer chronischen Prostatitis, was der Häufigkeit von Herzproblemen oder Zuckerkrankheit entspricht. Die Behandlung stellt eine Herausforderung dar, und Therapieversuche verlaufen nicht selten sowohl für Patienten als auch Behandelnde wenig zufriedenstellend.

Die chronische Prostatitis weist ihrerseits verschiedene Formen und Verläufe auf. Das vielschichtige Krankheitsbild mit seinen unterschiedlichen Symptomen bedingt deshalb ein genaues Zuhören und Abklären über den urologischen Bereich hinaus. Des Weiteren sind die Übergänge von einer chronischen Prostatitis zu einem chronischen Schmerzsyndrom des Beckens gleitend. Nur gerade bei 5 Prozent der betroffenen Männer können ursächliche Bakterien im Urin oder in der Samenflüssigkeit nach­gewiesen werden. Dies erklärt, warum Antibiotika nicht bei allen das Mittel der Wahl sind. Mehrheitlich sind es verschie­dene Faktoren, die zu den Beschwerden führen. Dies unterstreicht auch, weshalb selten eine Einzeltherapie zum Erfolg führt.

Einteilung in sechs Symptombereiche

Heutzutage hat sich ein multimodales Diagnostik- und Behandlungskonzept durchgesetzt. Unterschieden werden dabei sechs Symptombereiche, die sich überlappen können und nach welchen die Patienten weiter abgeklärt respektive eingeteilt werden:

Harnsystem: Drangbeschwerden, häufiges Lösen, unvollständige Blasenentleerung etc. Psychosoziale Faktoren: Stress, depressive Stimmungslage etc.

Organspezifische Symptome: Beschwerden ausgehend von Blase, Prostata, Hoden etc.

Infektion: Nachweis von Bakterien in Samenflüssigkeit. Neurologie: Zusätzliche chronische Schmerzen am Körper, weitere Probleme wie Reizdarm oder Fibromyalgie etc.

Empfindlichkeit: Becken­bodenverspannung und Druckempfindlichkeit

Die Therapiestrategie basiert auf der im Vordergrund stehenden Symptomatik. Je nach Ausprägung der Probleme kommen neben rein medikamentösen Behandlungen unter anderem auch Physiotherapie, Verhaltenstherapie oder alternative Methoden zum Zuge.

Fortschritte seitens Diagnostik und Therapie haben dazu geführt, dass die chronische Prostatitis zu einem kontrollierbaren, oftmals aber nicht heilbaren chronischen Krankheitsbild geworden ist. Eine früh­zeitige und exakte Standort- bestimmung ist ratsam, um behandelbare Ursachen zu beheben, damit eine weitere Chronifizierung wenn möglich vermieden werden kann.

* PD Dr. med. Pascal Zehnder ist Facharzt für Urologie, spez. operative Urologie,
Hirslanden-Klinik St. Anna, Luzern, www.urologiestanna.ch

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