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Darf ich bedenkenlos mit Stevia süssen?

Um meinen Haushaltzucker-Konsum zu reduzieren, bin ich (w, 49) am Ausprobieren von möglichen Alternativen. Da Stevia ein natürliches Produkt ist, ist mir das am sympathischsten. Können Sie Stevia vorbehaltlos empfehlen, oder gibt es bezüglich Gesundheit auch da Punkte, auf die man besonders achten muss?

Lucia Winzap*
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Eine wichtige Präzisierung gleich vorneweg: Stevia ist nicht gleich Stevia. Es gilt zwischen der Stevia-Pflanze und den sogenannten Steviolglycosiden zu unterscheiden.

Lucia Winzap.

Lucia Winzap.

Während die Pflanze in Südamerika schon seit Jahrhunderten für ihre natürliche Süsse geschätzt und in Nahrungsmitteln verwendet wird, sind in unseren Breitengraden meist Steviolglycoside gemeint, wenn allgemein von Stevia die Rede ist. Dabei handelt es sich aber nicht um die Blätter der Pflanze selbst, sondern um einen künstlichen Süssstoff, der in einem industriellen Verfahren hergestellt wird.

Aus meiner Sicht ist das von zentraler Bedeutung, da viele Menschen genau deshalb zu Nahrungsmitteln greifen, die «mit Stevia gesüsst» sind, weil sie sich ein «natürlicheres» Produkt erhoffen. Dabei gehö­ren Steviolglycoside genauso zu den künstlichen Süssstoffen wie Aspartam oder Saccharin. In der Schweiz sind denn auch nur die Steviolglycoside als Zusatzstoff (E960) zugelassen, der in Nahrungsmitteln verwendet werden darf.

Die eigentliche Stevia-Pflanze ist zwar vielerorts als Zierpflanze erhältlich, sie darf aber nur sehr eingeschränkt als Lebensmittel verkauft werden, nämlich getrocknet in Frucht- oder Kräuterteemischungen.

Pflanze kann der Gesundheit schaden

Der Grund: Laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV gibt es bei der Stevia-Pflanze Hinweise, dass gewisse Inhaltsstoffe bei zu hoher Dosierung gesundheitsgefährdend sein könnten. Auch Allergierisiken werden erwähnt, da Stevia wie Arnika oder Kamille zu den Korbblüten­gewächsen gehört.

Leider kann ich Ihnen auch die zugelassenen Steviolglycoside nicht uneingeschränkt zum Konsum empfehlen, obschon sie unter anderem den Vorteil besitzen, dass sie nicht Karies auslösen und auch kaum Kalorien enthalten, was gerade für Diabetiker vorteilhaft ist. Das Problem liegt wie bei allen künstlichen Süssstoffen bei der Gewöhnung: Steviosid, das wichtigste Glycosid, das aus der Stevia-Pflanze gewonnen wird, ist rund 300-mal süsser als gewöhnlicher Haushaltszucker. Wer Speisen und Getränke regelmässig stark süsst, gewöhnt sich daran und verlernt mit der Zeit, den natürlichen Geschmack unserer Lebensmittel zu schätzen. Dies wirkt sich oft ungünstig auf das Ess- und Trinkverhalten aus. Hinzu kommt, dass künstliche Süssstoffe in unserem Körper viele Wechselwirkungen entfalten können, die bis heute nicht abschliessend erklärt sind. Auch deshalb ist ein gewisses Mass an Zurückhaltung angezeigt.

Süssstoffe verfälschen ­Geschmacksempfinden

Wer ab und zu ein Light-Produkt oder ein künstlich gesüsstes Getränk konsumiert, muss sich gleichwohl keine Sorgen machen. Wie bei allen Genüssen gilt: Die Menge macht’s. Trotzdem plädiere ich dafür, so viele Nahrungsmittel in ihrer naturbelassenen Form zu konsumieren wie möglich. Der Gesundheit und dem Geschmack zuliebe.

* Lucia Winzap ist Leiterin Ernährungstherapie und Diabetesfachberatung, Hirslanden-Klinik St. Anna, Luzern, hirslanden.ch/stanna.

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