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Dürfen Wiesen und Wälder frei betreten werden?

Über unseren Bauernhof führt ein Wanderweg. Immer mehr Spaziergänger und oft auch Reiter verlassen in letzter Zeit den Weg, um eine Abkürzung über unser Land zu nehmen. Stellt man die Leute zur Rede, heisst es oft, das Gesetz gestatte den freien Zugang zu Wiesen und Wäldern. Stimmt das?

Hugo Berchtold, Ratgeber-Redaktion
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An sich kennt die Schweiz tatsächlich ein sehr liberales Zugangsrecht: In Art. 699 Abs. 1 des Zivilgesetzbuches (ZGB) ist festgelegt: «Das Betreten von Wald und Weide und die Aneignung wild wachsender Beeren, Pilze und dergleichen sind in ortsüblichem Umfange jedermann gestattet, soweit nicht im Interesse der Kulturen seitens der zuständigen Behörde einzelne bestimmt umgrenzte Verbote erlassen werden.»

Hugo Berchtold.

Hugo Berchtold.

Das ist aber noch lange kein Freipass, um einfach über die Wiesen zu gehen. Sandra Helfenstein, Co-Leiterin Kommunikation beim Schweizerischen Bauernverband, präzisiert: «Als Weiden gelten nur Flächen, auf denen Tiere ausgebracht werden, um dort zu fressen. Dort kann ein Spaziergänger keine Trittschäden anrichten. Auch bei gefrorenem Boden oder bei Schnee besteht kaum eine Gefahr eines Schadens.» Betreten werden darf auch sogenannt kulturunfähiges Land wie beispielsweise Felsen und Geröllhalden. Unabhängig von der Rechtslage ist Vorsicht geboten, wenn man eine Kuhweide betritt – ansonsten droht Verletzungsgefahr durch Mutterkühe, die ihren Nachwuchs in Gefahr sehen.

Handelt es sich nicht um Weiden und Wald, dann gilt das eingangs genannte Zutrittsrecht nicht. Die Rechte zum Grundeigentum verbieten grundsätzlich das Betreten von Wiesen und Äckern durch Dritte. Denn prinzipiell ist jede unmittelbare oder materielle Einwirkung auf fremdes Eigentum rechtswidrig. Der Grundeigentümer verfügt aufgrund seiner Stellung über verschiedene Schutzrechte. Ist ein schutzwürdiges Interesse vorhanden, zum Beispiel, wenn eine Kultur beschädigt werden kann, gilt ein Betretungsverbot.

In der Praxis heisst das, dass während der Vegetationszeit nur Weiden oder evtl. frischgemähte Wiesen betreten werden dürfen. Wiesen mit nachwachsendem oder schon hochstehendem Gras sind für Spaziergänger tabu. Gemäss den Experten des Bauernverbandes könnte der Bauer dann die entsprechende Person für die entstandenen Schäden haftbar machen. In der Realität dürfte das aber wegen der Beweislage schwierig sein.

Falls es an exponierten Lagen Probleme gibt, könnte gemäss Bauernverband der Bauer allenfalls auf einem Hinweisschild darauf hinweisen, dass hier eine Kultur wächst und das Betreten zu unterlassen ist.

Verbot für Reiter und Biker

Klar ist, dass das Betretungsrecht für Wald und Weiden nur für Spaziergänger gilt: Reiter und Biker dürfen z. B. im Wald nur befestigte Wege benützen, ausserdem sind eventuelle Reit- und Fahrverbote zu beachten. Und: Hunde sind gemäss den kantonalen Hundegesetzen an der Leine zu führen und der Kot ist einzusammeln. Denn durch Hundekot verunreinigtes Gras oder Heu fressen die Kühe nicht. Schlimmer noch, durch Hundekot können für die Kühe gefährliche Krankheiten übertragen werden.

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