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Ratgeber

Ehe oder Konkubinat: Was sind die finanziellen Folgen?

Wir sind ein nicht verheiratetes Paar (beide 32), beide zu 80 Prozent berufstätig, und haben eine gemeinsame vierjäh­rige Tochter. Wir überlegen uns, allenfalls zu heiraten. Was sind unsere wesentlichen finanziellen Vor- und Nachteile bei einer Heirat?
Patrick Greiner*
Patrick Greiner

Patrick Greiner

Die Gesetzgebung passt sich – wenn überhaupt – nur mit Verzögerung an die Veränderungen der Gesellschaft an. Deshalb gibt es immer noch gewichtige gesetzliche Unterschiede zwischen Ehe- und Konkubinatspaaren.

Aktuell haben Sie als Konkubinatspaar keine gegenseitige Erbberechtigung. Bei Tod eines Elternteils ist Ihre Tochter alleinige Erbin. Sie können Ihre Tochter mit einem Testament jedoch auf den Pflichtteil setzen und die dadurch frei werdende Quote – im Moment ein Viertel des Nachlasses in Ihrem Fall – dem überlebenden Partner vermachen.

Als verheiratetes Ehepaar erhält der überlebende Ehegatte dagegen die Hälfte des während der Ehe erzielten Vermögens (die sogenannte Errungenschaft) sowie die Hälfte des Nachlasses. Letzter setzt sich aus der anderen Hälfte des ehelichen Vermögens sowie dem vorehelichen bzw. geerbten Vermögen (das sogenannte Eigengut) der verstorbenen Person zusammen. Auch hier ist es mit Testament oder Ehevertrag möglich, Kinder auf den Pflichtteil zu setzen, um den überlebenden Partner stärker zu begünstigen (mit Testament oder Ehevertrag). Während Ehepartner in den meisten Kantonen keiner Erbschaftssteuer unter­liegen, müssen Konkubinatspaare je nach Kanton unterschiedliche Erbschaftssteuern bezahlen.

Auch ohne Ihre Heirat hat Ihre Tochter Anspruch auf eine Waisenrente aus der AHV (erste Säule). Weiter erhält sie bei Tod eines Elternteils infolge Krankheit eine Waisenrente aus der Pensionskasse (zweite Säule) und bei Tod infolge Unfall eine Waisenrente der Unfallversicherung UVG.

Für den Konkubinatspartner ist je nach Vorsorgeeinrichtung eine Rente bzw. Kapitalleistung aus der Pensionskasse und/oder der privaten Vorsorge (dritte Säule) möglich. Erkundigen Sie sich diesbezüglich bei Ihrer Pensionskasse und Ihrer privaten Vorsorgeeinrichtung.

Mit einer Heirat verändern sich die Rentenansprüche Ihrer Tochter nicht. Der überlebende Ehegatte hingegen erhält von der AHV eine Witwen-/Witwerrente. Zudem wird bei Tod infolge Krankheit aus der Pensionskasse eine Witwen-/Witwerrente ausbezahlt. Bei Tod infolge Unfall erhält der überlebende Elternteil ebenfalls eine Witwen-/Witwerrente. Daneben erfolgen auch Leistungen aus der Pensionskasse und der privaten Vorsorge im obgenannten Umfang, wobei für den überlebenden Ehegatten hier ein gesetzlicher Anspruch besteht.

In dem Fall Vorsorgeauftrag

Für Vertretungen in alltäglichen finanziellen Angelegenheiten haben Ehepaare eine gesetzliche Legitimation. Konkubinatspaare brauchen hingegen eine eigene Vollmacht. Wenn es um die persönliche Fürsorge des anderen Partners oder um die eigenen medizinischen Belange geht, empfehlen wir unabhängig vom Zivilstand die Erstellung eines Vorsorgeauftrags und einer Patientenverfügung.

Beim Thema Steuern gibt es ebenfalls wesentliche Unterschiede. Ihre beiden Einkommen werden nach einer Heirat gemeinsam, aber zu einem tieferen Steuersatz besteuert. Trotzdem müssen Sie bei einer Heirat mit einer insgesamt höheren Steuerprogression rechnen.

*MLaw Patrick Greiner, Luzern, ist Rechtsanwalt, Ehegüter- und Erbrechtsberatungen, Luzerner Kantonalbank, www.lukb.ch

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