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Ratgeber

Er lebt seine Sexualität fast nur noch im Internet aus

Mein Partner (36) hat seit einigen Jahren immer weniger Lust auf Sex. Dass er seit seiner Jugend ab und zu Pornos schaut, weiss ich schon länger, das ist auch kein Problem für mich. Aber in der Zwischenzeit habe ich bemerkt, dass er viel regelmässiger konsumiert, als er zugibt. Was mich ziemlich kränkt. Bin ich ihm nicht gut genug?
Birgit Kollmeyer*

Für viele Frauen ist es eine Kränkung, wenn ihre Männer Pornos schauen. Und ganz schwierig wird es für sie, wenn die Männer die damit verbundene Selbstbefriedigung der Partnersexualität vorziehen. Es ist verständlich, dass Sie sich dann fragen, ob Sie nicht mehr begehrenswert genug für den Partner sind oder ob Sie in der Sexualität etwas falsch machen. Manche Frauen fühlen sich auch unter Druck und lassen sich vielleicht auf besondere Wünsche des Partners ein, mit denen ihnen eigentlich nicht wohl ist, weil sie denken, ihrem Partner «etwas bieten» zu müssen.

Wichtig ist erst einmal, dass Sie sich als Frau Folgendes klarmachen: Die Situation Ihres Partners hat nichts damit zu tun, dass Sie in irgendeiner Hinsicht nicht genügen würden. Viele Männer konsumieren regelmässig Pornografie und sind zum grossen Teil schon mit den pornografischen Angeboten im Internet aufgewachsen. Aber nur weil es so verbreitet ist, darf man es nicht verharmlosen.

Abstumpfung

Problematisch am übermässigen Pornografiekonsum ist nicht die Selbstbefriedigung an sich, sondern die Sucht nach ständig Neuem, die auf diese Weise, leicht entstehen kann. So nutzt man kaum immer gleichartige Bilder, sondern braucht immer wieder neues und vielleicht extremeres Material. Dieses führt im Dopaminsystem aufgrund ständiger Überflutung zu einem Abstumpfen der Rezeptoren. Diese Desensibilisierung hat den weiteren Nebeneffekt, dass auch Glücksgefühle durch andere Aktivitäten abstumpfen können.

Das Suchtpotenzial generiert sich also aus dem unstillbaren Antrieb nach immer neuen Kicks mit immer neuen Bildern. Die partnerschaftliche Sexualität und auch die Selbstbefriedigung ohne Bilder werden im Vergleich bald als langweilig empfunden. Und der Körper wird davon nicht mehr ausreichend stimuliert. Und das hat nichts damit zu tun, dass der partnerschaftliche Sex mit Ihnen nicht gut war.

Was kann man nun tun? Sprechen Sie mit Ihrem Partner. Versuchen Sie keine Vorwürfe zu machen. Sie können ihm aber schon sagen, was für Sie schwierig ist und warum. Fragen Sie ihn, ob er das Gefühl hat, die Kontrolle über die eigene Sexualität verloren zu haben.

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber, Luzerner Zeitung, Maihofstrasse 76, 6002 Luzern.
E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch.
Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage Ihre Abopass-Nummer an.

Erregungsmuster erkennen

Wenn eine Suchtproblematik vorliegt, wäre es gut, wenn er mit einer sexualtherapeutischen Fachperson, welcher er Vertrauen entgegenbringt, reden würde. Mit dieser Unterstützung kann er sich über die Hintergründe des Problems Klarheit verschaffen, eigene Erregungsmuster erkennen und Strategien zur Veränderung entwerfen. Das kann bedeuten, dass Ihr Partner allein an dem Thema arbeitet. Oder dass Sie ihn in einer partnerschaftlichen Sexualtherapie unterstützen, neue sinnliche Erlebnismöglichkeiten zu ent­wickeln. Auch Onlinetrainings können hilfreich sein – hier ist die Hemmschwelle niedriger. Aber individueller und intensiver ist eine Beratung oder Therapie bei einer auf das Thema spezialisierten Fachperson.

* Dipl.-Psychologin, Paar- und Sexualtherapie

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