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Ratgeber

Erbschaft: Wie erhalten wir Zugang zum Schliessfach?

Unser verstorbener Vater hatte ein Schliessfach, für das ich eine Vollmacht hatte. Obwohl alle Erben ein Formular unterzeichnet haben, dass sie mich bevollmächtigen, die finanziellen Angelegenheiten zu regeln, verweigert mir die Bank den Zugang zum Schliessfach. Wie erhalte ich Zugang dazu?
Hugo Berchtold*
Hugo Berchtold

Hugo Berchtold

Sobald eine Bank vom Todesfall erfährt, sperrt sie in der Regel den Zugriff auf Konten, Schliessfächer und Depots, bis ein Erbschein vorliegt. Meist können aber Rechnungen beglichen werden, die offensichtlich im Zusammenhang mit dem Todesfall stehen, zum Beispiel für die Kosten des Begräbnisses.

Erbschein verlangen

Kontoüberträge, Saldierungen oder weitere Verfügungen können die Erben erst vornehmen, wenn sie den Erbschein eingereicht haben. Ist ein Testament vorhanden, muss die Testamentseröffnung abgewartet werden. Ist kein Testament vorhanden und geklärt, ob die Erben die Erbschaft annehmen oder ausschlagen, kann beim zuständigen Amt ein Erbschein beantragt werden. Welche Behörde für das Ausstellen des Dokuments zuständig ist, hängt vom Kanton ab, in dem der Verstorbene zuletzt gewohnt hat: Erstellt wird der Erbschein je nach Kanton durch das Erbschaftsamt, die Teilungsbehörde der Gemeinde, einen Notar oder das Regierungsstatthalteramt des Bezirks.

Um den Erbschein zu erhalten, müssen die Hinterbliebenen nachweisen, dass:

— die betroffene Person verstorben ist (Kopie Todesschein, erhältlich beim Zivilstandesamt),

— er oder sie erbberechtigt ist (Auszug aus dem Zivilstandsregister),

— man die Erbschaft nicht ausgeschlagen hat (Annahmeerklärung aller gesetzlichen und eingesetzten Erben oder der Nachweis des Fristablaufs von drei Monaten).

Die Kosten für das Ausstellen eines Erbscheins variieren von Fall zu Fall und Kanton zu Kanton. Sie können mehrere hundert bis zu mehrere tausend Franken betragen.

Kosten tief halten

Um die Kosten möglichst tief zu halten, sollten Erben nur die wirklich notwendige Anzahl Originalausfertigungen des Erbscheins verlangen. Häufig benötigt nur das Grundbuchamt ein Original, bei Behörden und Banken genügt in der Regel eine Kopie.

Selbst bei einfachen Erbenermittlungen dauert die Ausstellung des Erbscheins in der Regel mehrere Wochen (zwischen 4 und 12 Wochen).

Der Erbschein bestätigt, dass Sie als Erben anerkannt sind und dass Sie ihr Erbe nicht ausgeschlagen haben. Der Erbschein sagt jedoch noch nichts darüber aus, wie die Erbschaft verteilt werden soll.

Nur gemeinsam entscheiden

Die Erben können nur gemeinsam über Gegenstände oder Konten der Erbschaft verfügen, es gibt dabei keinen Mehrheitsentscheid. Die Erbengemeinschaft kann aber jemanden aus ihrem Kreis als Vertreter der Gemeinschaft bestimmen. Mit der entsprechenden Vollmacht kann derjenige nach Erhalt des Erbscheins alleine für die Gemeinschaft handeln. Um die Inventarliste des Nachlasses erstellen zu können, sind Sie verpflichtet, den zuständigen Behörden den Inhalt des Schliessfaches zu melden.

*Hugo Berchtold ist Redaktor Ratgeber

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