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FAMILIE: Können wir uns ein Kind überhaupt leisten?

Wir sind verheiratet, arbeiten beide 100 Prozent und wünschen uns ein Kind. Mein Mann hat ein eigenes Geschäft und kann darum das Pensum nicht reduzieren, um das Kind zu hüten. Ich würde gerne reduzieren, jedoch habe ich das grössere Einkommen von uns beiden. Können wir uns ein Kind leisten, ohne zum Sozialfall zu werden?
Lea Ming
Ein Neugeborenes im Kantonsspital Nidwalden. (Bild: Nadia Schärli (01. Januar 2018, Stans))

Ein Neugeborenes im Kantonsspital Nidwalden. (Bild: Nadia Schärli (01. Januar 2018, Stans))

Das ist eine wichtige Frage, wenn Sie über eine Elternschaft nachdenken. Und es braucht Mut, sie sich zu stellen. Denn was wäre, falls die Antwort Nein lautet? Würden Sie den Herzenswunsch trotzdem realisieren?

Ich empfehle Ihnen, ein aktuelles Budget zu erstellen. Danach überlegen Sie sich, wie Ihr Leben mit einem Kind aussehen soll, und erstellen auch dafür ein Budget.

Zulagen und Verbilligungen

Hierzu einige Fakten: Sie erhalten pro Kind und Monat 200 Franken Kinderzulagen. Sobald das Kind in einer Ausbildung oder 16 Jahre alt ist, erhöht sich die Zulage auf monatlich 250 Franken. Dies ist das gesetzliche Mindestmass. Die Kantone können diese Zulagen erhöhen. Einzelne Kantone zahlen eine einmalige Geburtszulage aus. Es kann sich auch lohnen, nach der Geburt (erneut) einen Antrag auf Krankenkassenprämienverbilligung zu stellen. Zudem können Familien mit Kindern bei den Steuern Abzüge geltend machen.

Als schwangere Arbeitnehmerin haben Sie zusätzliche Rechte, um die Gesundheit von Ihnen und Ihrem ungeborenen Kind zu schützen. Somit ist es nicht nötig, schon während der Schwangerschaft das Pensum zu reduzieren. Für die Berechnung der Mutterschaftsent­schädigung (Taggelder, die frau während des Mutterschaftsurlaubs erhält, der am Tag der Geburt beginnt und 14 Wochen dauert) gilt nämlich das Arbeitspensum am Tag der Geburt als Berechnungsgrundlage.

600 Franken im Monat

Grundsätzlich müssen direkte und indirekte Kosten für ein Kind gerechnet werden. Gemäss Bundesamt für Statistik betragen die durchschnittlichen direkten monatlichen Kosten pro Kind bis zehn Jahren rund 600 Franken und für ein Kind zwischen elf und 20 Jahren knapp 900 Franken. Fremdbetreuungskosten müssen dazugerechnet werden. Indirekte Kosten sind Einkommenseinbussen, welche durch die von Eltern geleistete Kinderbetreuung entstehen, weil sie während der Betreuung nicht arbeiten und verdienen können.

Vom Wunsch zur Realität

Gehen Sie beim Budget zuerst allein von Ihren Wunschvorstellungen für das Leben mit Kind aus. Probieren Sie dann verschiedene Varianten aus, um zu gangbaren Lösungen zu kommen. In Ihrem Fall erscheinen mir folgende Fragen relevant: Wäre Ihr Mann bereit, sein Geschäft aufzugeben oder sich anders zu organisieren? Inwieweit sind Sie bereit, den Lebensstandard zu verändern? Wenn Sie (zumindest eine Zeit lang) auf Sozialhilfe angewiesen wären, um sich und ein Kind durchzubringen, würden Sie sich für oder gegen ein Kind entscheiden?

Ihre Frage zeugt von Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein – gerade für Eltern wertvolle Wesenszüge. Die finanzielle Frage ist zwar existenziell, aber nicht die einzige in dieser Situation. Ein Kind zu haben, ist auch eine Herzenssache. Ich wünsche Ihnen, dass Sie eine Lösung finden, bei welcher Kopf und Herz zusammenfinden.

Lea Ming

Sozialarbeiterin BA elbe – Fachstelle für Lebens­fragen Fachperson sexuelle Gesundheit in Bildung und Beratung SGCH

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