Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ratgeber

Frühpension: Pensenreduktion oder Teilpensionierung?

Ich (m., verh., 56, drei erwachsene Kinder) werde in neun Jahren ordentlich pensioniert. Dank einer Erbschaft überlege ich aber, ob ich bereits früher aus dem Erwerbsleben treten kann. Ich möchte nicht Knall auf Fall aufhören, sondern am liebsten gestaffelt. Welche Möglichkeiten können Sie mir empfehlen?
Andreas Büchi*
Andreas Büchi

Andreas Büchi

Wenn Sie dank Ihrer Erbschaft ein Finanzpolster haben und deswegen beruflich kürzer treten und sich eventuell sogar vorzeitig pensionieren lassen möchten, so bieten sich Ihnen zwei Möglichkeiten an: eine Pensenreduktion oder eine Teilpensionierung. Diese beiden Varianten unterscheiden sich vor allem bezüglich der Sozialversicherung ganz wesentlich.

Reduktion des Pensums

Wenn Ihr Arbeitgeber einverstanden ist und Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren können, sinkt das regelmässige Einkommen und damit auch Ihr rentenbildendes Einkommen bei der AHV und der versicherte Lohn bei der Pensionskasse. Sie beanspruchen bei einer solchen Pensenreduktion jedoch noch keine Leistungen aus der Pensionskasse.

Die meisten Pensionskassen bieten an, dass der versicherte Lohn nicht zwingend reduziert wird, wenn eine solche Pensenreduktion nach Alter 58 erfolgt und nicht höher als 50% ausfällt. Damit der versicherte Lohn bei der Pensionskasse nicht sinkt, müssen Sie als versicherte Person dies aber explizit beantragen. Beachten Sie dabei, dass Sie sowohl die eigenen wie auch die Prämien des Arbeitgebers auf dem freiwillig versicherten Lohnanteil selber bezahlen müssen. Zusammen mit dem tieferen Basissalär werden Sie bei einem Teilpensum also deutlich we­niger verfügbares Einkommen haben.

Strenge Vorschriften

Anders als bei der Pensen­reduktion beziehen Sie bei einer Teilpensionierung bereits Altersleistungen Ihrer Pensionskasse in Form von Rente oder Kapital – im Verhältnis der Teilpensionierung. Eine Teilpen­sionierung ist nur dann möglich, wenn Sie Ihren Beschäftigungsgrad und Lohn erheblich und dauerhaft reduzieren. Als erheblich gilt eine Mindestgrösse von 20%, sprich die Fortführung des Arbeitsverhältnisses zu maximal 80%. Haben Sie das Arbeitspensum mit einer Teilpensionierung gesenkt, so dürfen Sie es beim gleichen Arbeitgeber nicht wieder aufstocken. Sie dürfen ausserdem in maximal drei Schritten in Pension gehen, wovon Sie bei nur zwei Schritten einen Kapitalbezug vornehmen dürfen.

Die Teilpensionierung hat eine Kürzung Ihrer Pensionskassenrente zur Folge, weil Sie vor dem ordentlichen Pensionsalter Rentenbezüger werden. Diese Kürzung können Sie bis zum Beginn Ihrer Teilpensionierung durch freiwillige Einkäufe in die PK abfedern.

Bei der genauen Ausgestaltung der Teilpensionierung (Teilpensionierungsschritte, Fristen, Teilkapitalbezüge, freiwillige Einkäufe etc.) gibt es je nach Pensionskasse grosse Unterschiede. Ich empfehle Ihnen, diese Punkte direkt mit Ihrer Pensionskasse zu besprechen. Vom ebenfalls möglichen Vorbezug der AHV-Rente ab Alter 63 rate ich Ihnen hingegen ab, weil Sie in diesem Fall lebenslang eine überproportional hohe Renteneinbusse zu verkraften haben, konkret 6,8 % für jedes Jahr vor dem offiziellen AHV-Alter.

*Andreas Büchi ist Finanzplaner bei der Luzerner Kantonalbank AG, Luzern, www.lukb.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.