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GELD: Pensionierung: Soll ich die Hypothek amortisieren?

Ich (m, verh., 64) will bei der Pensionierung einen Teil des PK-Kapitals beziehen. Da ich den Aktienmärkten nicht traue, möchte ich meine Hypothek amortisieren. Soll ich die Hypothek ganz auflösen oder einen kleinen Schuldbetrag halten? Könnte ich später, falls ich Geld brauche, die Hypothek wieder aufstocken?
Alexander Paul
Aufgeschichtete Schweizer Muenzen, mit einer 200-Franken-Note als Dach, aufgenommen am 29. Februar 2008. (KEYSTONE/Gaetan Bally) (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Aufgeschichtete Schweizer Muenzen, mit einer 200-Franken-Note als Dach, aufgenommen am 29. Februar 2008. (KEYSTONE/Gaetan Bally) (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Die Beantwortung der Frage nach einer freiwilligen Amortisation hängt vor allem auch davon ab, wie gross Ihr finanzielles Polster ist. Denn wenn Sie Ihr Kapital in eine Immobilie investieren, ist es an diese gebunden und somit nicht mehr frei verfügbar. Stellen Sie also sicher, dass Sie gegen Unvorhergesehenes gewappnet sind.

Wenn Sie aber neben dem PK-Kapital genügend Erspartes auf der Seite haben und das ausbezahlte PK-Guthaben andernfalls einfach auf einem niedrig verzinsten Bankkonto liegen würde, lohnt sich für Sie wahrscheinlich eine Amortisation. Vergleichen Sie, was Sie für die Hypothek bezahlen und welchen Zins Sie auf dem Sparkapital erwirtschaften können. Die Steuerersparnis, die Sie aufgrund der abzugsfähigen Schuldzinsen erzielen, wird oft überschätzt und fällt geringer aus als angenommen. Dazu kommt, dass Sie mit der Amortisation auf der sicheren Seite sind.

Ob Sie die Hypothek ganz amortisieren sollen oder nur einen Teil davon, hängt auch von Ihrer individuellen finanziellen Situation ab. Amortisieren können Sie in Form der direkten Amortisation, indem Sie den Kredit direkt dem Hypothekargeber zurückbezahlen. Doch die Auflösung einer bestehenden Hypothek kann mit hohen Kosten verbunden sein, die in die Gesamtrechnung einfliessen müssen. Günstiger ist der Ausstieg, wenn eine Festhypothek ausläuft.

Unsichere Aufstockung

Wenn Sie jedoch nach der Amortisation der Hypothek nicht über genug Erspartes verfügen, um auch Unvorher­gesehenes wie beispielsweise einen Schaden am Hausdach oder den Totalschaden Ihres Autos problemlos tragen zu können, sollten Sie Ihre Hypothek nicht amortisieren.

Zwar besteht im Notfall durchaus die Option, die Hypothek wieder aufzustocken, doch nur unter gewissen Voraussetzungen. Hypothekgeber sind bei Pensionierten zudem bei der Vergabe von neuem Kapital wesentlich zurückhaltender als bei jüngeren Kreditnehmern und verlangen oft meist ein deutlich höheres Eigenkapital.

Zudem kann die Beantragung einer Aufstockung auch unliebsame Folgen haben. Ihr Hypothekargeber prüft in diesem Fall nämlich nicht nur, ob die zusätzliche Belehnung finanziell tragbar ist, sondern schätzt auch den Wert Ihrer Immobilie neu ein. Sollte das Objekt tiefer eingeschätzt werden als zuvor, kann das zu einem grossen Nachteil für Sie werden. Im schlimmsten Fall verweigert Ihr Hypothekargeber nicht nur die Aufstockung, sondern kann unter Umständen auch eine einmalige Amortisationszahlung für die bisher bestehende Hypothek verlangen oder Ihre Amortisationsraten erhöhen. Besonders Pensionäre erfüllen die Voraussetzungen für eine Aufstockung der Hypothek oftmals nicht, weil die ausbezahlten Renten oft deutlich unter dem letzten Lohn liegen. Die Amortisation der Hypothek will also gut geplant und wenn möglich von langer Hand vorbereitet sein.

Alexander Paul, Leiter Moneypark Luzern

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