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GESUNDHEIT: Demenz-Verdacht: Wie sollen wir das ansprechen?

Mein Vater (76) ist ein gebildeter Mann, und man kann sich noch gut mit ihm unterhalten. Und doch, zunehmend passieren im Alltag seltsame Dinge. Mein Vater ist aber eine schwierige Persönlichkeit, und wir trauen uns nicht, ihn auf seine Defizite anzusprechen und eine Abklärung vorzuschlagen. Wie sollen wir vor­gehen?
Dr. Med. Beat Hiltbrunner
Symbolbild Demenz (Bild: PD/Kanton Uri)

Symbolbild Demenz (Bild: PD/Kanton Uri)

Die aufgeworfene Frage wird immer häufiger gestellt, da die Sensibilisierung der Bevölkerung für verändertes Verhalten und Denken im Alter zugenommen hat. Neben Familienangehörigen werden auch Freunde und Arbeitgeber auf eine medizinische Abklärung drängen.

Die von Ihnen beschriebene Person ist im Rentenalter und fällt Ihnen durch wiederkehrende und überraschende Fehler im Alltag auf. Im Begleitschreiben erwähnt ist unter anderem, dass Ihr Vater in der Küche Lebensmittel am falschen Ort sucht, oder nicht mehr weiss, wie man ein Gerät bedient, mit dem er zuvor bestens vertraut war.

Diese Verhaltensmuster deuten auf einen medizinischen Grund. Würden sie sich sporadisch und ohne Alltagsrelevanz ereignen, spräche man von banalen Patzern. Die Beschreibung des sozialen Verhaltens («man kann sich sehr gut mit ihm unterhalten …») spricht gegen eine psychische Ursache, schliesst sie aber nicht aus. Bei sonst gesundem Befinden steht jedoch die Sorge um eine Demenz effektiv im Vordergrund.

Die Ablehnung gegenüber einer medizinischen Abklärung überrascht in frühen Stadien einer Demenz nicht. Bei er­haltener Urteilsfähigkeit für die eigenen gesundheitlichen Belange kann man den Betroffenen nicht zu einem Arzttermin zwingen und somit auch nicht zu einer Abklärung.

Hausarzt einbeziehen

Die Familie kann jedoch die Sorge um das geistige Wohl dem Hausarzt mitteilen, der die Diskussion darüber bei der nächsten Gelegenheit mit dem Betroffenen aufnimmt.

Besteht eine gute Beziehung, kann der Hausarzt einige Tests durchführen, die eine Grundlage für die Beurteilung und den Verlauf bieten. Bei unauffälligen Ergebnissen können die Tests im 6- bis 12-Monate-Rhythmus wiederholt werden. Liegen dann Hinweise auf eine Verschlech­terung vor oder wünscht der Betroffene selbst weitergehende Abklärungen, sollte eine fachärztliche Untersuchung, am besten in einer Memory-Klinik, durchgeführt werden. Sie schliesst die Erhebung aller gesundheitswidrigen Einflüsse auf das Denken und Fühlen ein. Daraus ergeben sich eine medizinische Diagnose, therapeutische Empfehlungen und eine Lebensberatung.

Medizinische Abklärungen können nicht erzwungen werden. Sollte sich eine Demenz anbahnen, wird der Widerstand dagegen aber bald abnehmen. Der Betroffene spürt, dass seine Leistungen abnehmen, und die Verunsicherung erleichtert den Gang zum Arzt. In jedem Fall sollten Beobachtungen, wie die oben geschilderten im Patientendossier notiert werden.

Breite Auswirkungen

Bei der Entwicklung einer Demenz sind neben den medizinischen Folgen oft auch andere Auswirkungen von grosser Bedeutung. Viele Menschen fahren in der achten Lebensdekade Auto, schliessen langfristige Verträge ab oder gehen Verpflichtungen ein. Die Resultate der Abklärung können Hinweise auf die Fahrtauglichkeit und auf die Urteilsfähigkeit liefern und dabei helfen, wichtige Dokumente zu erstellen, solange dazu die geistigen Fähigkeiten ausreichen, wie die Patientenverfügung, der Vorsorgeauftrag oder ein Testament.

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