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GESUNDHEIT: Weshalb habe ich ein Taubheitsgefühl in den Füssen?

Ich (m, 84) leide an tauben und kalten Füssen. Obwohl ich täglich und bei jedem Wetter eine bis drei Stunden zu Fuss in der Natur unterwegs bin, sind die Symptome seit einem Jahr zunehmend. Die vom Hausarzt verschriebene Salbe brachte nichts. Was ist die Ursache dieses Leidens? Was kann ich dagegen machen?
Dr. Med. Doris Suter-Gut
Kalte Füsse. (Symbolbild: pixabay/stevepb)

Kalte Füsse. (Symbolbild: pixabay/stevepb)

Gefühlsstörungen in den Füssen (oder seltener in den Händen) sind ein mit zunehmendem Alter häufiges Problem. Meistens ist die Ursache dafür eine Erkrankung der peripheren kleinen Nerven. Dies wird periphere Polyneuropathie genannt. Die Symptome sind unterschiedlich und reichen von Taubheitsgefühl alleine bis hin zu Kribbeln, Brennen und Schmerzen.

Die Polyneuropathie entsteht durch eine Schädigung der ganz kleinen Nerven, welche bis in die Zehen- und die Fingerspitzen reichen und von dort her Schmerz-, Wärme-, Kälte- und Kribbelgefühle ins Hirn melden. Im Alter oder besonders auch beim Diabetes sind die ganz feinen Blutgefässe, welche diese kleinen Nerven ernähren, nicht selten durch Kalk- oder Cholesterinablagerungen verstopft. Die Nerven reagieren dann nicht mehr oder – fast schlimmer – beginnen unmotiviert allerart Sinneseindrücke (Hitze, Kälte, Kribbeln usw.) zu melden, die in Realität gar nicht vor­handen sind und als Missempfindungen wahrgenommen werden.

Neben Alter und Diabetes können auch Nervengifte (besonders Alkohol) oder ein Vitamin-B12-Mangel die Nerven schädigen, besonders in den Füssen. In sehr seltenen Fällen verursachen eine Krebserkrankung oder gegen Krebs verwendete Medikamente diese Symptome. Dies dürfte bei Ihnen kaum der Fall sein, da sie sehr fit zu sein scheinen. Bei etwa 20 Prozent der Patienten mit peripherer Polyneuropathie findet man aber keine zu Grunde liegende Krankheit.

Die Behandlung der Neuropathie besteht darin, die zu Grunde liegende Erkrankung bestmöglich zu behandeln, zum Beispiel bei Diabetes den Blutzucker optimal einzustellen. Falls keine Grunderkrankung gefunden wird, können die Symptome auch mit Medikamenten gelindert werden. Bei Taubheitsgefühl allein ist eine Behandlung oft nicht nötig, da der Leidensdruck gering ist. Kribbeln oder brennende Schmerzen hingegen sind sehr unangenehm und können medikamentös erträglicher gemacht werden. Allerdings verursachen die dafür verwendeten Medikamente wiederum Nebenwirkungen, sodass diese gegen den Nutzen abgewogen werden müssen. Salben ver­ursachen zwar keine Nebenwirkungen, sind aber bei der Polyneuropathie wirkungslos.

Falls die Füsse sich nicht nur subjektiv kalt anfühlen, sondern auch bei Berührung von aussen auch objektiv kühler sind als andere Körperstellen, kann es sich um eine Durchblutungs­störung handeln. Ihre täglichen, ausgedehnten Spaziergänge sind eine sehr gute Vorbeugung gegen Durchblutungsprobleme, wenn sie dabei keine vermehrten Schmerzen spüren, spricht das gegen eine Durchblutungsstörung der Beine und Füsse.

Ich empfehle Ihnen, beim Hausarzt weitere Abklärungen im Blut und eventuell eine Untersuchung durch einen Neurologen vornehmen zu ­lassen, um eine behandel­bare Erkrankung nicht zu verpassen.

Wenn der Verdacht auf eine Durchblutungsstörung besteht, sollte auch ein Gefässspezialist zugezogen werden.

Dr. med. Doris Suter-Gut

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