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GESUNDHEIT: Zyste auf dem Nebenhoden: Soll ich operieren lassen?

Ich (m, 75) habe schon seit vielen Jahren eine Zyste auf dem Nebenhoden. Lange Zeit hat mir mein Hausarzt von einer Operation abgeraten. Die weiche Zyste ist mittlerweile sechs Zentimeter gross. Sie stört mich meistens nicht, ausser beim Velofahren. Trotzdem erwäge ich nun, die Zyste doch operativ entfernen zu lassen. Welchen Rat können Sie mir geben? Was passiert bei einer OP? Unter welcher Anästhesie wird sie ausgeführt?
Dr. Med. Cornelius Lenggenhager
Blick in einen Operationssaal im Kantonsspital Stans. (Symbolbild: PD)

Blick in einen Operationssaal im Kantonsspital Stans. (Symbolbild: PD)

Flüssigkeitsansammlungen im Bereich der Hoden und Nebenhoden sind häufig. Man nennt diese Zysten oder Zelen. Sie können in jedem Lebensalter auftreten, vom Säugling bis ins hohe Alter.

Es werden verschiedene Formen dieser Zelen unterschieden. Sie können von den Hodenhüllen, dem Neben­hoden, seltener vom Samenstrang oder vom Hoden selber ausgehen. Am häufigsten ist die sogenannte Hydrozele, der Wasserbruch, der von den Hüllen um den Hoden ausgeht.

Ist der Ursprung der Nebenhoden, wie bei Ihnen, spricht man von einer Spermatozele. Die Ursachen sind häufig ­chronische entzündliche Ver­änderungen im Gewebe. Häufig verursachen diese Zelen keine Schmerzen, sondern stören lediglich aufgrund ihrer Grösse. Entzündungen mit Schmerzen und Fieber sind selten.

In der Regel nicht bösartig

Diese Flüssigkeitsansammlungen sind meist harmlos. Bösartige zystische Veränderungen sind Raritäten. Typisch ist die prallelastische oder teigige Konsistenz. Derb und höckrig sollten sie nicht sein, dann könnte primär ein bösartiger Tumor des Hodens vorliegen. Hodentumore kommen jedoch meist bei jungen Männern vor und werden aufs Alter selten. ­Gelegentlich imponiert auch ein grosser Leistenbruch, der bis in den Hodensack reichen kann, wie ein Wasserbruch.

Ultraschall zur Diagnose

Zur Diagnosesicherung erfolgt neben dem Abtasten eine Ultraschalluntersuchung. Damit kann einerseits die Flüssigkeitsansammlung sicher von einem Tumor unterschieden werden, andererseits können damit die verschiedenen Zelen- und Zystentypen unterschieden werden. Verursachen diese Flüssigkeitskollektionen keine oder nur leichte Beschwerden und stören nicht wegen ihrer Grösse, braucht es an sich keine Therapie.

Ist eine Therapie notwendig, muss der Befund operativ entfernt werden. Medikamente zur Flüssigkeitsreduktion existieren nicht, und die ­Flüssigkeit sollte nicht ­abpunktiert werden, da sie rasch nachfüllt und durch die Punktion ­Entzündungen ausgelöst ­werden können.

Nebenhoden wird manchmal mitentfernt

Bei der Operation, die in Teil- oder Vollnarkose erfolgen kann, wird die Flüssigkeitsansammlung mitsamt der Zystenwand entfernt. Nach abgeschlossener Familienplanung wird der Neben­hoden häufig mitentfernt, da er mit als Ursache angesehen wird. Der Hoden bleibt unangetastet. Die Operation wird kurz­stationär (zwei bis drei Tage Klinikaufenthalt) durchgeführt. Eine vollständige Abheilung sollte innert zwei bis drei Wochen erreicht sein.

Dr. med. Cornelius Lenggenhager
Facharzt FMH für Urologie, spez. operative Urologie
www.hirslanden.ch

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