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Gröberes Bratenstück niedergaren: Geht das?

Kann ich ein eher durchwachsenes Bratenstück auch mit der Niedergarmethode im Backofen zubereiten, sodass es schön zart und saftig wird? Wie müsste ich dabei vorgehen?
Monika Neidhart, Goldau
Ein Stück eines niedergegarten Bratens. (Bild: Chris Iseli / Archiv LZ (Luzern, 14. Januar 2009))

Ein Stück eines niedergegarten Bratens. (Bild: Chris Iseli / Archiv LZ (Luzern, 14. Januar 2009))

Damit ein Fleischgericht zart wird, braucht es sowohl qualitativ hochwertiges Fleisch (idealerweise von einem Schweizer Tier, das naturnah aufwuchs) wie auch die passende Garmethode.

Zarte Stücke wie Filet oder Pouletbrust eignen sich fürs Kurzbraten. Nach dem Anbraten sind sie essbereit oder können nach Wunsch mit der Niedergarmethode im Backofen bei 80 resp. 90 °C nachgegart werden.

Fleischstücke, die durchwachsen sind, müssen jedoch länger gekocht werden, damit das Fleisch bekömmlich wird. Um einen saftig-zarten Braten zu erhalten, eignen sind durchzogene Teile von der Schulter und vom Hals von Schwein, Kalb und Rind, Hohrücken und Stotzen vom Rind. Grundsätzlich könnten auch diese Stücke mit der Niedergarmethode zubereitet werden. Nur brauchte ein grob- faseriges Fleisch extrem lange zum Garen. Ein Siedfleischstück etwa müsste mindestens 25 Stunden niedergegart werden! Daher ist hier die dem klassischen Niedergaren verwandte «Garen bei 120 Grad»-Methode empfehlenswerter.

Garen bei 120 Grad

Durch die lange Garzeit (bis zu sieben Stunden) werden beim «Garen bei 120 Grad» auch preiswerte Fleischstücke zart. Braten eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen. Backofen auf 120 °C aufheizen, Backblech mit Backpapier belegen und im Ofen vorwärmen. Möchten Sie eine kräftige Kruste, braten Sie das Fleisch zuerst an. Würzen und auf das vorgewärmte Blech legen. Fleischthermometer an der dicksten Stelle einstecken. Rund 2 Stunden im Ofen belassen. Eventuell mit Marinade bestreichen, nach Wunsch Gemüse oder andere Beilagen zufügen. Weitergaren, bis die Kerntemperatur erreicht ist (Tabelle Garzeit und Kerntemperatur siehe im Internet unter: Betty Bossi – Magazin – Garen bei 120 Grad).

Das Muskelfleisch wird durch die lange Garzeit zart. Vor dem Aufschneiden etwas stehen lassen. Die Sauce wird zusätzlich gemacht (im Gegensatz zum Schmoren, wo das Fleisch in der Sauce weich wird). Zarte Fleischstücke wie Filet sind für diese Garmethode nicht geeignet, sie würden austrocknen. Sind Sie unsicher, welche Garmethode sich für Ihr Stück Fleisch eignet, fragen Sie am besten beim Einkauf den Metzger.

Nach Grossmutters Art

Die zweite Zubereitungsart für Braten ist das Schmoren, wie schon unsere Grossmütter und Mütter den Sonntagsbraten zubereitet haben. Dabei wird das Fleisch nach dem Anbraten in Flüssigkeit gegart.

Fleischstück eine Stunde vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank nehmen, Ofen auf 180 °C vorheizen. Fleisch zuerst im Brattopf rundum gut anbraten, Bratengarnitur (besteckte Zwiebel, Rüebli etc., je nach Rezept) kurz mitbraten, even­tuell Mehl mitrösten. Mit Wein/Bouillon ablöschen. Würzen, zugedeckt in den Backofen stellen. Der Braten kann auch ohne Anbraten in den Brattopf/Bräter gelegt werden: Backofen auf 250 °C vorheizen, Bratenstück marinieren und mit der Bratengarnitur in Brattopf/Bräter legen, in den heissen Ofen schieben. Nach 20–30 Minuten den am Brattopfboden entstandenen Fonds mit Wein/Bouillon/Wasser auflösen, Topf wieder in den Ofen schieben. Hitze auf 180 °C reduzieren. Fleisch ab und zu mit dem Jus übergiessen, wenn nötig Flüssigkeit nachgiessen. Je nach Fleischstück hat der Braten rund 2 Stunden, bis er gar ist.

Monika Neidhart, Goldau

Hauswirtschaftslehrerin und Fachjournalistin MAZ/FH

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