Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ratgeber

Hausumbau: Geld aus der 2. oder 3. Säule?

Ich möchte in mein Eigenheim investieren: Neben der Neugestaltung des Gartens und dem Bau einer Doppelgarage plane ich, die Küche zu erneuern. Kann ich für diese Investitionen Geld aus meiner Vorsorge verwenden? Wenn ja, soll ich Geld aus der 2. oder 3. Säule beziehen?
Michael Fähndrich*
Michael Fähndrich

Michael Fähndrich

Bei Ihrem Vorhaben handelt es sich um einen Vorbezug im Rahmen der Wohneigentumsförderung (WEF).

Mit diesem Schritt können Sie sich Ihr Vorsorgeguthaben teilweise oder vollständig ausbezahlen lassen. Voraussetzung ist, dass sich das Objekt in Ihrem Eigentum befindet und durch Sie selbst bewohnt wird. Aber aufgepasst: Die Eigentumsform spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Eigentumsform entscheidend

Planen Konkubinatspaare einen Vorbezug mit Kapital aus der 2. Säule oder der Säule 3a, so ist dies nur möglich, wenn sich das Eigenheim im Miteigentum befindet. Ein WEF-Vorbezug für die Finanzierung von Objekten im Gesamteigentum ist gemäss gültigem Recht auf Ehegatten bzw. eingetragene Partner beschränkt.

Das Vorsorgekapital können Sie einerseits für den Erwerb und die Erstellung einer Wohnung oder eines Hauses beziehen. Anderseits ist es auch möglich, das Kapital für die Amortisation der Hypothek, für werterhaltende und wertvermehrende In­vestitionen oder auch für den Erwerb von Anteilscheinen zur Beteiligung an einer Wohnbaugenossenschaft zu beziehen.

Worin unterscheidet sich ein Vorbezug aus der 2. Säule und der Säule 3a? Grundsätzlich sind die Voraussetzungen dieselben. Pro Vorsorgeverhältnis können Sie alle fünf Jahre einen Vor­bezug geltend machen. Be­ziehen Sie das Kapital aus der Pensionskasse, so müssen Sie den Mindestbetrag von 20000 Franken pro Vorbezug beachten.

3a: Keine Rückzahlung

Bei einem Freizügigkeitskonto oder Vorsorgekonto Sparen 3 gibt es hingegen keinen Mindestbetrag. Der Vorbezug aus der 2. Säule wird im Grundbuch eingetragen. Dies hat bei der Veräusserung Ihres Objektes zur Folge, dass Sie das vorbezogene Kapital wieder in die Pensionskasse zurückführen müssen. Bei einem Bezug aus Geldern der Säule 3a gibt es keine Möglichkeit zur Rückzahlung.

Geld nur fürs Wohnen

Um auf Ihre konkreten Pläne zurückzukommen: Das Vorsorgeguthaben darf nicht für alle Investitionen am und ums Eigenheim ausbezahlt werden. Es gilt der Grundsatz, dass die Investitionen vor allem dem Wohnen der versicherten Person dienen müssen. Damit sind Räume gemeint, die für die dauernde Unterkunft von Personen geeignet und bestimmt sind.

Garten und Garage

Die Neugestaltung des Gartens und der Bau einer Doppelgarage erfüllen dieses Kriterium nicht. Darum ist für diese beiden Projekte kein Vorbezug möglich. Hingegen können Sie Ihr Vorsorgeguthaben problemlos für die Investitionen an Ihrer Küche einsetzen. Im Zweifelsfall empfehle ich, vorgängig eine Fachperson zu konsultieren.

*Michael Fähndrich ist Sozialversicherungsfachmann mit eidg. Fachausweis, Geschäftsführer Vorsorgestiftung Sparen 3 LUKB, www.lukb.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.