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Ratgeber

Hautkrankheit führt zu Glatzenbildung – was hilft?

Seit Jahren leide ich (w, 72) an einer Knötchenflechte, betroffen ist vor allem die Kopfhaut. Sie fühlt sich rau an, und ich bekomme allmählich eine Glatze wie ein Mann! Der Arzt hat mir Cortison verschrieben, das ich täglich auf die Kopfhaut auftragen musste. Leider ohne Erfolg. Gibt es andere Therapien gegen diese lästige Krankheit?
Dr. med. univ. Jan Eggen*
Jan Eggen.

Jan Eggen.

Knötchenflechte – in der Fachsprache Lichen ruber genannt – ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die grundsätzlich in jedem Alter auftreten kann. Mehrheitlich sind davon aber Frauen im mittleren Lebensalter betroffen. Die Krankheit kann verschiedene Formen annehmen: Typischerweise bilden sich an Hautstellen an der Beugeseite des Unterarms, am Handgelenk oder an den Unterschenkeln kleine, abgeflachte Kügelchen, die sehr stark jucken. Auch an der Mundschleimhaut kann sich Knötchenflechte optisch als weisse «Farnzeichnungen» zeigen.

An der Kopfhaut tritt die Erkrankung als Sonderform auf. Zu den typischen Symptomen zählen dabei Rötungen insbesondere im Scheitelbereich sowie die von Ihnen beschriebenen flachen Knötchen und der starke Juckreiz. Ihr Haarausfall lässt sich darauf zurückführen, dass die Knötchenflechte die Haarfollikel angegriffen hat.

Dies hat Verhornungen zur Folge, die auch die raue Kopfhaut erklären. Wenn die Krankheit weit fortgeschritten ist, bildet sich eine spiegelglatte Fläche in der Kopfmitte. Die Kopfhaut ist in diesem Fall so stark vernarbt, dass an dieser Stelle kein Haar mehr nachwachsen kann.

Die Ursachen für Knötchenflechte sind leider weitestgehend ungeklärt. Man vermutet, dass es eine Autoimmunreaktion vom Körper ist, von der man aber nicht weiss, wann und weshalb sie auftritt.

Manchmal verschwinden Symptome plötzlich

Auch über die Dauer der Erkrankung lassen sich keine eindeutigen Aussagen machen. Lichen ruber ist selbstlimitierend, das heisst, die Symptome können plötzlich von selbst verschwinden, leider aber auch über Jahre hinweg anhalten.

Da es sich um eine therapieresistente Erkrankung handelt, ist eine vollständige Heilung schwierig. Mittels Cortison versucht man, die periodischen Schübe, in denen die Symptome in der Regel auftreten, möglichst klein zu halten. Sobald die Schübe etwas schwächer werden, können anstelle von Cortison auch andere Salben verwendet werden. Die Tacrolimus-Salbe beispielsweise wirkt auch entzündungshemmend, hat aber weniger Nebenwirkungen.

Im Einzelfall können auch sogenannte Off-Label-Use-Medikamente eingesetzt werden. Das sind Arzneimittel, die offiziell in einem anderen Anwendungsbereich zugelassen sind, sich aber auch zur Behandlung eignen können. Dazu zählen beispielsweise Cortison-Tabletten und das Vitamin-A-Derivat Acitretin. Eine weitere Möglichkeit ist eine Lichttherapie, bei der die Haut in einer UV-Kabine bestrahlt wird. Das Licht wirkt antientzündlich und lindert den Juckreiz.

Wegen der Haarlichtung oder der haarlosen narbigen Stelle am Kopf könnten Sie zu einem späteren Zeitpunkt eventuell eine Haartransplantation durchführen lassen. Dies ist jedoch erst zu empfehlen, wenn die Knötchenflechte komplett ausgeheilt ist. Sonst besteht die Gefahr, dass die bei der Transplantation entstehende Reizung der Kopfhaut die Erkrankung erneut auslöst.

* Dr. med. univ. Jan Eggen, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Hirslanden-Klinik Meggen, www.hirslanden.ch/meggen

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