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Ratgeber

Hypothek läuft aus: Worauf muss ich achten?

Ich (54 Jahre) habe eine Hypothek von 600 000 Franken – eine Tranche als Festhypothek und eine Tranche als Liborhypothek. 2019 läuft die Festhypothek aus. Was muss ich beachten, wenn ich den Kredit erneuere? Auch habe ich gelesen, dass der Libor abgeschafft wird. Bekomme ich künftig nur noch Festhypotheken?
Pascal Röllin*
Pascal Röllin

Pascal Röllin

Sie machen es richtig und kümmern sich rechtzeitig um die Weiterführung Ihrer Hypothek. Viele Banken nehmen erst einige Wochen vor dem Ablauf des Kredits Kontakt mit ihren Kunden auf. Wird man aber selber frühzeitig aktiv, muss man nicht unter Zeitdruck entscheiden. Kontrollieren Sie also Ihren Kreditvertrag. Lesen Sie auch das Kleingedruckte, und tragen Sie die Kündigungsfrist in Ihre Agenda ein.

Wenn Sie die Hypothek beim Ablauf zurückzahlen oder die Bank wechseln möchten, müssen Sie die Kündigungs­fristen einhalten. Bei einigen Banken muss man auch eine Festhypothek bis zu sechs Monate im Voraus kündigen, obwohl sie einen fixen Ablauftermin hat.

Wenn Sie diese Frist verpassen, wird die Festhypothek in der Regel automatisch in eine variable Hypothek umgewandelt, die wieder eine Kündigungsfrist von bis zu sechs Monaten hat. Ihre Bank hat in so einem Fall leichtes Spiel, Ihnen einen Bankwechsel auszureden. Denn wenn Sie bei der Stange bleiben, wird die Bank die variable Hypothek gerne sofort wieder in eine Festhypothek umwandeln, statt Ihnen eine erneute Kündigungsfrist zuzumuten.

Ihre Hypothek ist in Tranchen aufgeteilt. Liegen die Ablauf­zeiten höchstens 18 Monate auseinander, können Sie die Tranche, die zuerst ausläuft, zu einer anderen Bank wechseln. Sie müssen allerdings dann auch die restlichen Tranchen dort refinanzieren. Liegen die Laufzeiten weiter auseinander, ist ein Wechsel schwieriger.

Viele sind überzeugt, Geld zu sparen, allein wenn sie Offerten vergleichen und die günstigste Festhypothek wählen. Doch den grössten Einfluss auf die Zinskosten hat der Mix aus Laufzeiten und Hypothekarmodellen. Wer, wie Sie, geschickt kombiniert, spart tatsächlich Geld. Im langjährigen Vergleich ist man mit Geldmarkthypotheken (Liborhypotheken) stets günstiger gefahren als mit Festhypotheken. Wenn Sie nicht auf eine Festhypothek verzichten möchten, können Sie trotzdem grösstenteils auf die günstigeren Geldmarkthypotheken setzen und höchstens ein Drittel fest aufnehmen. Steigen die Zinsen tatsächlich, können Sie eine weitere Tranche in eine Festhypothek umwandeln.

Kosten beachten

Wer sich trotzdem auf Zinsvergleiche stützen möchte, sollte sich nicht von Lockvogelangeboten blenden lassen. Zudem werben Kreditgeber in der Regel mit nominalen Zinssätzen. Darin sind weder Gebühren noch Faktoren wie die individuelle Bonität berücksichtigt. Die effektiven Kosten können darum höher ausfallen.

Zur Abschaffung des Libors: Hierzulande ist der Saron (Swiss Average Overnight Rate) ein möglicher Nachfolger. Bis heute gibt es aber noch keine eindeu­tige Lösung. Darum ist nicht auszuschliessen, dass es den Libor über 2021 hinaus noch geben wird. Trotzdem passen einige Banken ihre Praxis an und bieten Liborhypotheken vorläufig nur noch mit einer Laufzeit bis 2021 an.

*Pascal Röllin ist Hypothekarexperte im VZ Vermögens-Zentrum Luzern

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