Ratgeber

Ich liebe meine Freundin, vermisse aber die Verliebtheit

Ich bin seit drei Jahren mit meiner Partnerin zusammen. Und obwohl wir es recht gut miteinander haben und uns auch lieben, vermisse ich das spannende Gefühl des Verliebtseins. Ich frage mich, ob es in einer bestehenden Liebe nach Jahren noch möglich ist, ab und zu wieder etwas Verliebtheit zu erleben.

Birgit Kollmeyer*
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Ja, was ist Verliebtheit überhaupt? Meistens beginnt es damit, dass sich zwei Menschen gegenseitig sehr sympathisch und in der Regel auch körperlich attraktiv finden. Die Zuneigung wird intensiver, ein starkes Verlangen entsteht und wird von körperlichen Anzeichen – den «Schmetterlingen im Bauch» – begleitet.

Birgit Kollmeyer.

Birgit Kollmeyer.

Es gibt aber auch einen nicht sehr romantischen Aspekt: Genau genommen verlieben wir uns nicht in die Person selber. Sondern in ein bestimmtes Bild von diesem Menschen, in Eigenschaften, die wir zu sehen meinen. Zu Recht spricht man von der rosaroten Brille: Durch sie sehen wir den Anderen in einem rein positiven Licht.

Wenn wir im Laufe der Zeit diese Brille absetzen – und das geschieht durch einen gemeinsamen Alltag in der Regel innert Monaten – stellen wir fest: Manche der Eigenschaften, die wir beim Gegenüber gesehen haben, sind da. Aber andere wollten wir nur sehen, oder sie sind uns durch unsere Brille positiver erschienen.

Es muss also notgedrungen zu einer Enttäuschung kommen, und dies im wahrsten Sinne des Wortes: Wir «ent-täuschen» uns, legen unsere Täuschung ab. Somit hat uns nicht der Partner/die Partnerin enttäuscht, sondern wir selbst hatten uns getäuscht.

Verliebt handeln

Das klingt jetzt vielleicht schlimmer, als die meisten das empfinden. Es bleibt ja doch oftmals genügend Positives übrig, was dazu führt, dass aus Verliebtheit Liebe wird – durch ein tieferes Kennenlernen und das Anwachsen von Vertrautheit, Nähe und Geborgenheit.

Interessant ist, dass wir, wenn wir verliebt sind, intuitiv das Richtige tun, was der Partner/die Partnerin braucht, um sich gesehen und als jemand Besonderes zu fühlen. Wir schenken ein Lächeln, hören aufmerksam zu. Wir tun Dinge, von denen wir vermuten, dass sie Freude bereiten. Wir überlegen auch, wie wir schöne Zeit zusammen verbringen können, und regen das an.

Und genau das können Sie nützen, um in Ihrer Partnerschaft wieder mehr Positivität und vielleicht auch wieder ein kleines Prickeln zu erleben: Pflegen Sie die kleinen liebevollen Gesten und den achtsamen Umgang miteinander: durch zärtliche Begrüssungen, ein warmes Lächeln, ein Kompliment, interessiertes Nachfragen und gutes Zuhören.

Etwas Verrücktes tun

Schauen Sie sich Ihre Partnerin auch einmal wieder «neu» an, wie durch die Augen eines Fremden: Was spricht Sie an, was ist anziehend an ihr?

Machen Sie sich auch schön füreinander, gehen Sie aus, etwa zum Tanzen. Fragen Sie sich, was Sie mit ihr einmal oder wieder einmal erleben möchten. Es darf gerne auch etwas Spannendes sein. Denn psychologische Experimente haben gezeigt, dass gemeinsame aufregende Erfahrungen die Anziehungskraft fördern können. Warum also nicht wieder einmal zusammen etwas Verrücktes tun?

* Birgit Kollmeyer ist dipl.-Psychologin, Paar- und Sexualtherapie, Bern

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