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Ratgeber

Implantierter Defibrillator: Ist das nicht gefährlich?

Aufgrund einer Herzinsuffizienz muss bei mir (m, 70) demnächst ein Schrittmacher mit Defibrillator implantiert werden. Das mit diesem internen Defibrillator ist mir nicht geheuer. Wie funktioniert er? Geht er nicht häufig im Alltag los, wenn er gar nicht müsste? Kann man den Defibrillator auch wieder entfernen?
Richard Kobza *
Richard Kobza. (Bild: PD)

Richard Kobza. (Bild: PD)

Eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) bedeutet, dass das Herz nicht mehr seine volle Leistung erbringen kann. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod. Wenn – wie offenbar bei Ihnen – eine schwer ausgeprägte Herzschwäche auf eine medikamentöse Behandlung keine deutliche Verbesserung zeigt, wird zur Verhinderung des plötzlichen Herztodes ein Defibrillator empfohlen.

Ein implantierbarer Defibrillator (ICD) ist ein wenige Zentimeter grosses Gerät, äusserlich einem Herzschrittmacher ähnlich. Der ICD besteht aus einem Gehäuse, das eine Batterie und die komplexe Elektronik enthält. Die neuesten Geräte wiegen etwa 70 Gramm. Der Defibrillator wird über eine Elektrode in der rechten Herzkammer mit dem Herzen verbunden. Bei einer lebensgefährlichen Herzrhythmusstörung aus den Hauptkammern schickt der ICD einen dosierten Stromstoss an das Herz (Defibrillation), wodurch es den normalen Takt wieder findet.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass man mit implantiertem Defibrillator Beruf und Hobby normal ausüben kann. Elektrische Haushaltgeräte und Mobiltelefone haben keinen Einfluss.

Gleichwohl kann es in seltenen Fällen aber vorkommen, dass ein ICD einen Stromstoss abgibt, obwohl keine schwere Herzrhythmusstörung vorliegt. Es handelt sich dabei um einen sogenannten nicht-adäquaten Schock. Ursache sind beispielsweise eine schnelle, jedoch nicht lebensbedrohliche Rhythmusstörung, elektromagnetische Interferenzen oder ein Problem mit der Elektrode.

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Diese Stromstösse sind grundsätzlich ungefährlich, sie können jedoch sehr schmerzhaft sein, da ja der Patient bei vollem Bewusstsein ist. Glücklicherweise hat sich ihre Häufigkeit in den letzten Jahren deutlich verringert, pro Jahr sind weniger als 5 Prozent der Patienten mit ICD betroffen.

Bei der Kontrolle des ICD kann der behandelnde Arzt das Problem ermitteln und beheben. Die meisten modernen ICDs können telemedizinisch fernüberwacht werden, damit ein solches Problem vorzeitig erkannt und ein nichtadäquater Schock verhindert werden kann.

Ein paar Worte noch zu den zwei verschiedenen Funktionsarten von ICDs. Der herkömmliche transvenöse ICD wird bei einem meist ambulant durchgeführten Eingriff unter dem Schlüsselbein in der Brustgegend eingesetzt und mit den über die Venen eingelegten Herz-Elektrodensonden verbunden. Diese Geräte können auch als Herzschrittmacher funktionieren und über eine Überstimulation die meisten lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen beenden.

Der subkutane S-ICD wird auf der linken Seite der Brust unter die Haut implantiert (meist ist ein Spitalaufenthalt von einem Tag nötig). Eine damit verbundene Elektrode wird links vom Brustbein ebenfalls unter die Haut implantiert. Sie berührt weder Herz noch Blutgefässe. Der S-ICD ist nicht für alle Patienten geeignet, da er nicht als Herzschrittmacher fungieren kann und Herzrhythmusstörungen ausschliesslich über Stromstösse beendet.

Ein Defibrillator kann durchaus wieder entfernt werden. Etwas schwieriger ist die Entfernung der Sonden, die ins Herz führen, da diese mit der Zeit im Gewebe einwachsen können. Deshalb sollten diese nur entfernt werden, wenn dies wirklich notwendig ist.

* PD Dr. med. Richard Kobza Chefarzt Kardiologie, Herzzentrum Luzern, Luzerner Kantonsspital, www.luks.ch

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