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Ist eine Brustrekonstruktion auch jetzt noch möglich?

Bei mir (58) wurde aufgrund einer Krebserkrankung vor zwei Jahren eine Brust abgenommen. Damals war ein Implantat für mich kein Thema, aber nun denke ich oft darüber nach. Ginge das überhaupt noch? Und wie?

Dr. med. Eva Meia Rüegg *
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Es ist nicht untypisch, dass etwas Zeit vergangen ist, bis Sie begonnen haben, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Unmittelbar während oder kurz nach der Brustkrebs-Erkrankung stehen für viele Frauen ganz existenzielle Fragen im Zentrum, und weniger die ästhetischen Aspekte. Es gibt gar Patientinnen, die das Gefühl haben, sie würden mit einer Brustrekonstruktion in gewissem Sinne das Schicksal herausfordern.

Dr. med. Eva Meia Rüegg

Dr. med. Eva Meia Rüegg

Mit der Zeit kann die fehlende Brust aber doch störend wirken. Vielleicht, weil man im Badezimmerspiegel immer wieder an die Krankheit erinnert wird oder weil die Enkelkinder eine neugierige Bemerkung machen.

Die gute Nachricht: Für eine Brustrekonstruktion ist es nie zu spät. Man kann eine Brust auch 20 Jahre nach der Operation neu formen, rein medizinisch spricht nichts dagegen. Wichtiger sind meiner Ansicht nach die Beweggründe: Frauen, die beispielsweise mitten in einer Ehekrise diesen Wunsch äussern, begegne ich in der Regel zurückhaltend. Eine Brustrekonstruktion ist eine Operation, sie kann mit Ängsten oder Schmerzen verbunden sein. Emotionaler Support von einem stabilen sozialen Umfeld ist da sehr wichtig.

Wurde die Brust im Rahmen der Krebserkrankung vollständig entfernt (sogenannte Mastektomie) und anschliessend bestrahlt, empfiehlt es sich, nach der Operation mindestens ein halbes Jahr zu warten. Das bestrahlte Gewebe ist zu Beginn entzündet, und diese Entzündung soll sich beruhigen, bevor die Brust wieder aufgebaut wird. Bei einer Mastektomie ohne Bestrahlung kann die Rekonstruktion hingegen unmittelbar nach der Abnahme erfolgen.

Eigengewebe hat oft mehr Vorteile als ein Implantat

Um die Brust neu zu formen, gibt es zwei Möglichkeiten: Silikon-Implantate oder die Verwendung von Eigengewebe. Falls es eine Bestrahlung gab, empfehle ich eigentlich immer die Rekonstruktion mit Eigengewebe, da die bestrahlte Haut oft zu wenig elastisch ist, um Implantate einzusetzen. Ausserdem ist das Risiko einer Fibrose (Verdickung und Vernarbung des Bindegewebes rund um das Implantat) in zuvor bestrahltem Gewebe erhöht.

Die Operation mit Eigengewebe dauert 4 bis 8 Stunden, das Einsetzen eines Implantates meist nicht länger als 2 Stunden. Aber obwohl die Operation mit Eigengewebe etwas aufwendiger ist und länger dauert, bietet sie aus meiner Erfahrung den klaren Vorteil, dass es längerfristig kaum zu Komplikationen kommt. Die Implantate hingegen müssen nicht selten nach einigen Jahren ersetzt werden, weil Materialschäden oder Fibrosen auftreten.

Stationärer Aufenthalt von 3 bis 7 Tagen

Das Eigengewebe wird vom Bauch, Rücken oder von der Innenseite der Oberschenkel genommen. Beide Formen der Brustrekonstruktion gehen mit einem stationären Aufenthalt von 3 bis 7 Tagen einher. Den allermeisten Patientinnen hilft die Brustrekonstruktion, nach der Krankheit ein neues Kapitel aufzuschlagen, und so ein neues Körpergefühl und neue Lebensqualität zu gewinnen.

* Dr. med. Eva Meia Rüegg ist Fachärztin für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische
Chirurgie, Hirslanden-Klinik St. Anna, Luzern, www.corrigeluzern.ch

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