Ratgeber

Ist es besser, ein Tier zu überfahren als einen Unfall zu riskieren?

Ein Freund behauptet: Wenn einem ein Tier vor das Auto rennt, ist es immer besser, es zu überfahren. Denn wenn ich ausweiche und dadurch einen Unfall baue, dann müsse ich den Führerschein wegen «Nichtbeherrschen des Fahrzeugs» abgeben. Stimmt das?

Dr. iur. Beat Frischkopf*
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Gemäss Art. 31 Abs. 1 Strassenverkehrsgesetz (SVG) hat der Lenker sein Fahrzeug ständig so zu beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss jederzeit in der Lage sein, auf die jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust zweckmässig zu reagieren. Zu den Pflichten gehört auch, dass der Fahrzeuglenker die Geschwindigkeit stets den Umständen anpasst und nur so schnell fährt, dass er innerhalb der überblickbaren Strecke anhalten kann.

Beat Frischkopf.

Beat Frischkopf.

Doch nicht jeder Fahrzeuglenker muss mit einer Strafe rechnen, wenn er sein Fahrzeug aus einem bestimmten Grund (für kurz oder lang) nicht mehr unter Kontrolle hat. Das Bundesgericht hat wiederholt betont, dass ein Nichtbeherrschen des Fahrzeuges nur dann strafbar ist, wenn es auf einem Fahrfehler oder einer Fehlreaktion des Lenkers beruht, also ihn eine Schuld trifft. Es wird grundsätzlich eine richtige, situationsadäquate Reaktion verlangt. Erbringt er diese Reaktion in der zu beurteilenden Situation nicht, so droht ihm eine Bestrafung nach Art. 90 SVG.

Dabei wird zwischen der einfachen und der groben Verkehrsregelverletzung unterschieden. Handelt es sich um eine leichte Widerhandlung, ist die Strafe bloss eine Busse. So ist für eine kurze Unaufmerksamkeit mit ca. 300 Franken zu rechnen. Muss die Handlung aber als grobe Verkehrsregelverletzung qualifiziert werden (so z. B. Unaufmerksamkeit mit Unfallfolge wegen Bedienens eines Mobiltelefons), droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe (maximal 360 Tagessätze à maximal 3000 Franken).

In aller Regel wird eine bedingte Geldstrafe angeordnet (Anzahl Tagessätze wird nach Verschulden festgesetzt, deren Höhe nach der finanziellen Situation des Täters), ausser es lägen neuere Vorstrafen vor. Zusätzlich zur Strafe kann ein Führerausweisentzug drohen. Ein solcher wird von der Administrativbehörde (meistens Strassenverkehrsamt genannt) und nicht von der Strafbehörde angeordnet.

Fehlentscheide passieren

Kollidiert ein Fahrzeug mit einem Wildtier, das überraschend auf die Strasse rennt, so kann dem Lenker kein Vorwurf gemacht werden, solange er sich an alle Verkehrsregeln gehalten hat, also mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs war.

Versucht er, dem Tier auszuweichen, und verursacht so einen Unfall, muss er sich wegen Nichtbeherrschen des Fahrzeuges verantworten, wenn seine Reaktion verfehlt erscheint. Ist diese aber verständlich, obwohl nachträglich betrachtet nicht die beste, kann er nicht für den Unfall verantwortlich gemacht werden. Man kann im Strassenverkehr überraschend in eine kritische Situation geraten, in der Fehlentscheide möglich und verständlich sind. Es ist also falsch zu sagen, es sei in jedem Fall besser, ein Tier anzufahren, als diesem auszuweichen.

* Dr. iur. Beat Frischkopf, Sursee, ist Rechtsanwalt, www.frischkopf.ch

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