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Ist für mich das Erbe meiner verstorbenen Frau verloren?

Meine Frau und ihre Geschwister haben beim Tod meiner Schwiegermutter in einem Erbteilungsvertrag zu Gunsten meines Schwiegervaters auf ihren Erbanteil verzichtet. Meine Frau ist 2017 kinderlos verstorben. Mein Schwiegervater verstarb 2018. Habe ich nun ein Anrecht auf den Anteil meiner Frau, der beim Tod ihrer Mutter angefallen wäre?
Marcel Vetsch*
Marcel Vetsch

Marcel Vetsch

Mit dem Tod Ihrer Schwiegermutter im Jahr 2001 haben Ihre Frau, die Geschwister und der Vater deren Erbschaft als Ganzes erworben. Bei der anschliessenden Teilung der Erbschaft sind die Erben, sofern sie sich einig sind, grundsätzlich frei. Es gilt der Grundsatz der freien privaten Erbteilung.

Erbenstellung verloren

Mit einem Erbteilungsvertrag haben Ihre Frau und die Geschwister den ihnen anfallenden Erbanteil am Nachlass der Mutter dem Vater unentgeltlich abgetreten. Mit dem Abschluss dieses Erbteilungsvertrags ist Ihr Schwiegervater Alleineigentümer des gesamten Nachlasses geworden. Ihre Frau und die Geschwister haben mit der erfolgten Erbteilsabtretung ihre Erbenstellung am Nachlass ihrer Mutter verloren und auf ihre Ansprüche an diesem Nachlass endgültig verzichtet. Daher können auch Sie, als Erbe Ihrer Frau, nun nachträglich keinen Anspruch auf den Erb­anteil Ihrer Frau am Nachlass Ihrer Schwiegermutter mehr geltend machen.

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Enkel würden erben

Wenn Sie hingegen Kinder hätten, wären diese nun als Enkel des verstorbenen Grossvaters an dessen Nachlass erbberechtigt, da sie als Nachkommen des Grossvaters in die Erbenstellung ihrer vorverstorbenen Mutter eintreten. Es handelt sich dabei aber um eine Erbberechtigung am Nachlass des Grossvaters und nicht um eine solche am früheren Nachlass der Grossmutter.

Eingesetzter Erbe

Anders sähe es in Ihrem Fall auch dann aus, wenn der Erbteilungsvertrag in Form eines Erbvertrags abgeschlossen worden wäre, in welchem sich der durch die Erbteilungsabtretung begünstigte Vater gegenüber seinen Kindern erbvertraglich verpflichtet hätte, die Erben seiner Kinder für denjenigen Erbanteil, welchen seine Kinder im Nachlass der Mutter bekommen hätten, wenn sie nicht darauf verzichtet hätten, seinerseits als Erben seines Nachlasses einzusetzen. Dann wären Sie nun im Nachlass des Schwiegervaters auch Erbe, und zwar nicht gesetzlicher Erbe, sondern erbvertraglich eingesetzter Erbe.

Ein solcher Erbvertrag müsste bei einem Notar öffentlich beurkundet werden, um formgültig zu sein. Ansonsten genügt aber für «normale» Erbteilungsverträge die einfache Schriftlichkeit.

Erbanteil ist weg

Aufgrund Ihrer Angaben gehe ich nicht davon aus, dass eine solche erbvertragliche Verpflichtung des Schwiegervaters vereinbart und der abgeschlossene Vertrag öffentlich beurkundet worden war. Dann bleibt es dabei, dass der Erbanteil Ihrer Frau am Nachlass ihrer Mutter mit der unentgeltlichen Erbteilsabtretung letztlich für Sie als Ehemann definitiv dahingefallen ist.

* Lic. iur. Marcel Vetsch Fachanwalt SAV Erbrecht/SAV Familienrecht, Vetsch Rechtsanwälte AG, Luzern/Hochdorf, www.vetsch-rechtsanwaelte.ch

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