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Ratgeber

Ist koffeinfreier Kaffee keine gute Alternative?

Ein Kollege behauptete, durch die entsprechende Behandlung enthalte entkoffeinierter Kaffee zwar kein Koffein mehr, dafür aber andere Schadstoffe, womit er genauso «schädlich» sei wie normaler Kaffee. Stimmt das?
Monika Neidhart*
Monika Neidhart

Monika Neidhart

Kaffee besteht aus über tausend verschiedenen Stoffen. Der bekannteste ist das Koffein. Hinsichtlich der Verträglichkeit von Koffein bestehen grosse individuelle Unterschiede. Dabei ist der Gewöhnungseffekt ein wichtiger Faktor. Koffein wird beim Trinken schnell und vollständig im Körper aufgenommen. Es stimuliert, erhöht die Wachsamkeit beziehungsweise verringert das Müdigkeitsgefühl. Diese Wirkung kann 15 bis 30 Minuten nach der Einnahme einsetzen und mehrere Stunden anhalten. Bei Erwachsenen und Kindern kann es kurzfristig auch negativ auf das zentrale Nervensystem einwirken, so etwa durch Schlafstörungen, erhöhte Ängstlichkeit und Verhaltensänderungen.

Personen, bei welchen das Koffein unangenehme Wirkungen auslöst (Herzrasen, nach dem Konsum nicht mehr ein- oder durchschlafen können etc.), verzichten mit Vorteil darauf. Als Alternative bietet sich seit rund 100 Jahren entkoffeinierter Kaffee an. Hierbei wird den rohen Kaffeebohnen mittels verschiedener Verfahren (etwa mit flüssigem Kohlendioxid, mit kombiniertem Einsatz von Ethylacetat und Wasser, mit Aktivkohlefilter oder mit einem Lösungsmittel) das Koffein bis auf einen maximal 0,1-prozen­tigen Restgehalt entzogen. Im Allgemeinen lässt man die noch grünen Bohnen in warmem Wasser oder Wasserdampf quellen, anschliessend wird das Koffein mit einem Lösungsmittel extrahiert. Dieser Prozess muss mehrmals wiederholt werden. Dann werden die Bohnen getrocknet und wie koffeinhaltiger Roh­kaffee weiterverarbeitet.

Schädlichkeit ungewiss

Ob bei den Prozessen schädliche Rückstände entstehen, ist offen. Wissenschaftliche Angaben dazu fehlen. Weltweit arbeiten Forscher aber an der Züchtung von Kaffeesorten mit reduziertem Koffeingehalt oder mittels Gentechnik an der Entwicklung koffeinfreier Kaffeepflanzen. Die kostenintensive Entkoffeinierung würde somit hinfällig.

Durch das Entkoffeinieren wird der Bohne in erster Linie das Koffein entnommen. Andere Stoffe bleiben aktiv. So auch Diterpene, Cafestol und Kahweol, die beim Trinken von fünf und mehr Tassen den Blutcholesterinspiegel erhöhen können. Diese ungünstige Wirkung beschränkt sich weitgehend auf den Konsum un­gefilterten Kaffees. Bei der Herstellung von Instantkaffee werden Diterpene entfernt. Auch Übelkeit und Magenschmerzen können durch Kaffee- und Teekonsum ausgelöst werden. Diese Beschwerden sind nicht auf das Koffein allein, sondern auch auf andere Inhaltsstoffe zurückzuführen.

Im Masse unbedenklich

Die Koffeinkonzentration in normalen Kaffeegetränken ist abhängig vom Herstellungs­prozess, der Art der verwendeten Kaffeebohnen und der Art der Zubereitung (Filterkaffee, Espresso etc.). Koffein ist eine natürlich vorkommende chemische Verbindung, die sich in über 60 Pflanzen findet wie in Kaffee- und Kakaobohnen, Teeblättern, Guarana-Beeren und Kolanüssen; es ist somit auch in Schokolade, Energy-Drinks, Schwarztee, Eistee, Sportlernahrung, Schmerzmitteln enthalten. Zwei bis drei Tassen Kaffee als Einzelportion können für gesunde Erwachsene als unbedenklich eingestuft werden. Schwangere sollten ih­ren Koffeinkonsum auf 200 mg pro Tag beschränken (eine Tasse Filterkaffee à 200 ml enthält rund 90 mg Koffein).

*Monika Neidhart, Goldau, ist Hauswirtschaftslehrerin und Fachjournalistin MAZ/FH, www.textwerke.ch

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