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Jobwechsel: Was geschieht mit dem PK-Kapital?

Ich (m, 45) habe kürzlich die Stelle gewechselt und stelle nun fest, dass die PK-Bedingungen weniger gut sind als an der bisherigen Stelle. Muss ich trotzdem die ganze Freizügigkeitsleistung übertragen? Kann ich das Geld, das für den Einkauf nicht gebraucht wird, auf dem Freizügigkeitskonto lassen?

Silvia Steiner*
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Versicherungsberaterin Silvia Steiner.

Versicherungsberaterin Silvia Steiner.

Auch wenn die PK-Bedingungen weniger gut sind als in ihrer früheren Pensionskasse, muss grundsätzlich das gesamte Freizügigkeitsguthaben an die neue Pensionskasse übertragen werden, so will es das Freizügigkeitsgesetz.

Allerdings kann dies insbesondere bei Pensionskassen mit Leistungsprimat jedoch anders sein. Sollte dies der Fall sein, erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer neuen Pensionskasse über die Möglichkeiten. Pensionskassen mit Leistungsprimat werden allerdings immer seltener.

Es kann sein, dass bei einem Stellenwechsel die Pensionskassenleistungen des neuen Arbeitgebers in allen Bereichen tiefer sind oder zumindest in einzelnen Bereichen, wie bezüglich der Sparbeiträge fürs Alter oder der Risikoleistungen bei Tod und Invalidität.

Wenn der Sparplan für die Altersvorsorge der neuen Pensionskasse schlechter ist, fällt das Einkaufspotenzial bei gleichem Lohn tiefer aus als bisher. Es kann sogar sein, dass gar kein Einkaufspotenzial mehr vorhanden ist. Falls jedoch beim neuen Arbeitgeber ein höherer Lohn erzielt wird, kann es sein, dass das Einkaufspotenzial erhalten bleibt oder sogar höher ausfällt als bisher und dies trotz des bescheideneren Sparplans.

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Falls die Risikoleistungen im Beitragsprimat, das heisst abhängig vom projizierten Endaltersguthaben definiert sind, erhöhen sich durch die Überweisung der Freizügigkeitsleistung zudem die Risikoleistungen bei Tod und Invalidität. Sind die Risikoleistungen hingegen im Leistungsprimat, sprich in Abhängigkeit vom versicherten Lohn, definiert, verändern sich die Leistungen durch die Überweisung der Freizügigkeitsleistung nicht. Nach der Überweisung der Freizügigkeitsleistung verändert sich zudem teilweise die Risikoprämie etwas.

Wie bereits eingangs erwähnt, ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass die Freizügigkeitsleistung an die neue Vorsorgeeinrichtung übertragen wird. Dies wird jedoch nur von wenigen Pensionskassen tatsächlich kontrolliert. Es gilt hier also der Appell an die Versicherten selber, sich daran zu halten. Es gibt zudem Pensionskassen, welche eine verspätet übertragene Freizügigkeitsleistung unter Umständen nicht mehr entgegennehmen, wenn ein Missbrauch vermutet wird. Passen Sie deshalb auf, dass Sie die Übertragung nicht vergessen.

Besserer Zins

Die Freizügigkeitsleistung erhöht nicht nur ihre Leistungen im Alter, sondern allenfalls auch ihre Risikoleistungen und wird zudem meist besser verzinst, als wenn das Kapital auf einem Freizügigkeitskonto liegt.

Spezielle Konstellationen gibt es, wenn es bei einem Stellenwechsel nicht einen, sondern zwei neue Arbeitgeber gibt, bei denen man pensionskassenversichert ist (beispielsweise zwei 50%-Pensen). In einem solchen Fall würde die Freizügigkeitsleistung sinnvollerweise hälftig aufgeteilt.

*Silvia Steiner ist Personenversicherungsberaterin und Finanzplanerin bei Weibel, Hess & Partner in Stans, www.whp.ch

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