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Ratgeber

Kann ich im Garten/in Töpfen selber Yacón anbauen?

Ich habe von einem «neuen» Wurzel- bzw. Knollengemüse namens Yacón gehört und davon, dass man es relativ einfach selber im Garten anbauen könne. Worum handelt es sich denn? Woher bekomme ich Saat- oder Pflanzgut? Wie geht der Anbau, die Pflege?
Othmar Ziswiler*
Othmar Ziswiler

Othmar Ziswiler

Für uns Europäer ist Yacón – oder Inkawurzel, wie sie auch genannt wird – etwas komplett Neues. Doch in ihrer Heimat Südamerika ist die vom Aussehen her der Süsskartoffel ähnliche Wurzelknolle (die Pflanze selber sieht allerdings ganz anders aus; während die Süsskartoffel eine kriechende, kletternde Schlingpflanze ist, wird die Yacón zu einem richtigen Busch) seit Jahrhunderten ein Grundnahrungsmittel. Die Knollen schmecken leicht süsslich und haben einen dezenten Geschmack nach Birnen. Die Verwendung in der Küche ist sehr vielseitig. Die Wurzeln können sowohl roh als auch gekocht, gebraten, gebacken, frittiert oder getrocknet gegessen werden. Erhältlich ist auch ein Sirup, der als Süssungsmittel verwendet werden kann.

Verdauungsfördernd

Yacón soll auch sehr gesund sein. Sie enthält viel Inulin – ein die Verdauung förderndes Kohlenhydrat – und weitere Fructooligosaccharide (Mehrfachzucker). Das ist ein Präbiotikum, welches nicht verdaut wird. Damit kann Yacón bei Zuckerkrankheit, Übergewicht, Darmproblemen oder hohem Blutzuckerspiegel helfen. Mehr Informationen dazu unter www.superfood-pflanzen.ch.

Im Gegensatz zu Südamerika ist die Inkawurzel bei uns nicht winterhart. Sie muss also jedes Jahr neu angepflanzt werden. Eine Vermehrung über Samen ist nicht möglich, und wegen der kurzen Vegetationszeit bei uns müssen vorgezogene Jungpflanzen verwendet werden. Da sie Spätfröste nicht ertragen, sollen sie erst nach den Eisheiligen – also nach dem 15.  Mai – gepflanzt werden. Jungpflanzen sind in den Gemüse- und Kräuterabteilungen von Fachgartencentern und Gärtnereien erhältlich.

Inkawurzeln können im Garten oder in einem grossen Topf gepflanzt werden. Wichtig ist ein möglichst milder, vollsonniger Standort. Je tiefgründiger und fruchtbarer der Boden ist, umso grösser werden im Herbst die zu erntenden Wurzelknollen sein. Da die Pflanzen bei uns gut zwei Meter Höhe und mindestens einen halben Meter Durchmesser haben können, brauchen sie viel Platz. Wichtig ist, regelmässig zu giessen. Gerade im Topf sind an heissen Tagen Wassergaben morgens und abends nötig. Da die Blätter bei Trockenheit schlapp machen, ist gut erkennbar, wann es höchste Zeit ist zu giessen. Im Herbst erscheinen kleine, an Sonnenblumen erinnernde gelbe Blüten.

Ernte im Spätherbst

Im Spätherbst, beim ersten Kälteeinbruch, verfärben sich die Blätter dunkel. Dann ist es höchste Zeit für die Ernte. Dabei muss sehr vorsichtig vorgegangen werden. Die Knollen brechen relativ schnell. Bei uns erreichen die Knollen durchschnittlich 200 bis 500 Gramm, sie können aber schon mal 1,5 Kilogramm schwer sein. Nach der Ernte können die Knollen etwas an der Sonne trocknen, dadurch schmecken sie beim Rohessen süsser. Die Knolle wird vor dem Verzehr geschält.

Bei der Ernte sind oberhalb der Speicherknollen auch die Vermehrungswurzeln, das sogenannte Rhizom, erkennbar. Diese können frostfrei überwintert werden. Ab Februar/März lassen sich daraus die Knospen schneiden. Diese können in Töpfe gepflanzt und in einem warmen hellen Raum wieder angetrieben werden.

*Othmar Ziswiler ist Leiter gärtnerischer Detailhandel, Jardin Suisse, www.jardinsuisse.ch

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