Klub der jungen Dichter
Diebstahl im Historischen Museum

Matteo Riedi aus Udligenswil schreibt im Klub der jungen Dichter über einen dreisten Diebstahl. Können die beiden Verbrecher geschnappt werden?

Matteo Riedi, Udligenswil, 5. Klasse
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Matteo Riedi, Udligenswil.

Matteo Riedi, Udligenswil.

Es war schon mutig, ausgerechnet mit unserer Klasse die Museumsführung zu buchen. Aber was dann geschah, hätte wohl niemand gedacht. Es war Mittwoch und wir waren im Historischen Museum. Unsere Klasse war ja berühmt-berüchtigt, was Ausflüge anging. Die Lehrpersonen mussten schon einiges von uns erdulden. Stets hatten wir Blödsinn im Kopf. Solch ein Museumsbesuch war also riskant. Doch wir fanden es sehr spannend. Am besten gefiel uns ein mit Edelsteinen verzierter Sarkophag. Er beinhaltete eine Mumie. Plötzlich erscholl eine Alarmsirene. Das Gebäude wurde evakuiert und wir mussten das Museum sofort verlassen.

Als wir etwa 100 Meter entfernt waren, explodierte etwas im Museum in einer riesigen Rauchwolke. Etwa zwei Minuten später war schon die Spezialeinheit der Polizei da. Sie stürmten das Museum, beziehungsweise, was noch davon übrig blieb und kontrollierten alles. Ich und meine zwei Freunde Fabio und Tim gingen einmal um das Gebäude herum. Da schoss ein schwarzer Lieferwagen um die Ecke. Er war voller Antennen und die beiden Fahrer waren schwarz angezogen. Beide trugen Zombiemasken. Der Lieferwagen war hinten fensterlos und an der Front hatte er eine riesige Stossstange. Wir wollten uns die Autonummer merken, doch da sahen wir, dass der Lieferwagen gar keine hatte! Schnell rannten wir zu den Polizisten und erzählten ihnen davon. Der eine Polizist hiess Kommissar Müller.

Nachdenklich liefen wir zu meinem Freund Fabio nach Hause und besprachen dort, wie wir etwas über den Lieferwagen herausfinden konnten. Unsere Recherchen im Internet waren leider erfolglos. Doch als wir am nächsten Tag alle drei ins Hallenbad fuhren, trauten wir unseren Augen nicht! In einer engen Gasse stand dieser schwarze Lieferwagen! Er war unbemannt. Neugierig spähten wir durch die getönten Scheiben. Drinnen lagen die beiden Zombiemasken. Als wir ein bisschen weiter an der Fassade entlang gingen, erspähten wir eine mit sechs Schlössern gesicherte Stahltür.

Plötzlich wurde sie aufgerissen und eine vermummte Gestalt stürmte heraus. Wir schlichen durch die Tür in das Innere des Gebäudes. Auf den Eingang folgte ein langer Korridor mit vier Türen. Hinter der ersten war ein viereckiger Raum, überstellt mit Regalen. Diese waren vollgestellt mit Reagenzgläsern, die seltsame Flüssigkeiten enthielten. Einen Raum weiter entdeckten wir ein Mikroskop, unter dem ein winziges, seltsames Etwas lag.

Wir betraten den dritten Raum und erschauderten. Auf einem hochmodernen Labortisch lag.... die Mumie!!! Erschrocken wichen wir zurück und ich unterdrückte einen Aufschrei. Fabio wollte davonrennen, aber Tim hielt ihn am Ärmel fest. «Komm schon!», drängte er. So wagten wir uns in den vierten Raum und spähten vorsichtig durch den Türspalt. An einem Tisch sass ein älterer Mann mit strubbeligen, weissen Haaren. In dem Moment drehte er sich erschrocken um und starrte uns an. Er ging langsam auf uns zu und fragte barsch: «Wer seid ihr und was zum Henker tut ihr hier?» Mit diesen Worten rannte er auf uns zu und packte mich. Mit meiner freien Faust versetzte ich ihm einen ordentlichen Schlag in die Magengrube, worauf er zu Boden sackte. «Ihr verdammten Bengel!», rief er uns wütend nach. So schnell wir konnten, rannten wir nach draussen. Im gleichen Moment fuhr ein Streifenwagen vorbei. Am Steuer sass Kommissar Müller und drei seiner bewaffneten Elitepolizisten.

Wir wedelten wild mit den Armen und zeigten auf das Gebäude. Mit quietschenden Bremsen hielten sie an und stürmten den Korridor entlang, wo ihnen sogleich der alte Mann sowie sein Komplize entgegenrannten, die hinter uns Jungen her waren. Die Polizei machte kurzen Prozess und ruck-zuck sassen die beiden Verhafteten auf der Rückbank des Polizeiwagens. Wie sich später herausstellte, stahlen die Verbrecher die Mumie, um aus ihrer DNA ein Serum herzustellen, welches unsterblich machte. Naja, auf ein solches Mittel muss die Menschheit nun vorerst noch warten.

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