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Ratgeber

Lebensmittelschädlinge: Vorbeugen, bekämpfen

Jüngst entdeckte ich in Teigwaren, Mehl, Mais, Reis etc. kleine schwarze Käfer. Was muss man tun, wenn die Vorräte von Lebensmittelschädlingen befallen sind? Muss man alles wegwerfen? Wie kann man vorbeugen?
Monika Neidhart*
Monika Neidhart

Monika Neidhart

Schädlingsbefall ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Silberfischli, Küchenschabe oder Mehlmotte verderben in erster Linie die Lebensmittel, sie selber und ihre Gespinste sind im Normalfall aber nicht gesundheitsschädlich. Sie erregen vor allem Ekel. Bei empfindlichen Personen können Milben indes Darmbeschwerden, Ausschläge oder Asthma auslösen.

Selbst in einem sauberen Haushalt können Lebensmittelschädlinge vorkommen, denn sie werden meist «eingekauft». Trockene Nahrungsmittel wie Nüsse, Teigwaren, Reis, Mehl, Schokolade oder Dörrobst können während der ganzen Produktionskette befallen worden sein, ohne dass ich als Käufer es vorerst sehe. Fruchtfliegen, die besonders im Sommer zur Plage werden können, werden von (faulenden) Früchten angezogen, worauf sie auch ihre Eier ablegen. Bis zu 400 Eier legt ein Weibchen, ohne dass wir etwas davon merken. Auch Lebensmittelmotten gelangen durch das Fenster in die Küche, Vorratsmilben können über die Beine von Fliegen übertragen werden. Trockenfutter für Haustiere kann ebenfalls ein Schädlingsherd sein.

Folgende vorbeugende Massnahmen empfehlen sich:

— Lebensmittel in fest verschlossenen Behältern aufbewahren (Mehlmotten überwinden auch Schraubgewinde!).

— Da vor allem Wärme und Feuchtigkeit die Verbreitung der Plagegeister fördern, Vorräte möglichst kühl und trocken lagern. Ungeeignet sind Schränke direkt über/neben dem Kochherd oder Backofen.

— Nüsse können problemlos tiefgekühlt und in gefrorenem Zustand verarbeitet werden.

— Neue Packungen hinter die früher eingekauften stellen, Vorrat in die Menüplanung einbeziehen.

— Lagerraum gut lüften, Luftfeuchtigkeit gering halten (besonders bei Silberfischli und Motten).

— Vorräte immer wieder in Bezug auf Schädlingsbefall überprüfen und Schränke regelmässig mit Wasser und Seife gründlich reinigen. Dabei Ritzen, Fugen, Löcher der Regalbretter und «tote» Winkel besonders beachten, idealerweise mit dem Staubsauger aussaugen.

Stellen Sie einen Befall fest, können Sie die Schädlinge meist ohne chemische Mittel wieder loswerden. Wichtig ist, dass Sie möglichst rasch einschreiten. Betroffene Vorräte gut verschlossen in Plastikbeuteln mit dem Kehricht entsorgen, allenfalls als Tierfutter verwenden (Abfallsack nicht in der Wohnung stehen lassen!). Schränke gründlich saugen und mit Spritwasser auswaschen. Vor dem Einräumen der kontrollierten Lebensmittel Lagerort gut trocknen lassen.

Hilfreiche Lockmittel

Silberfischli mit einer Schale Zuckerwasser anlocken. Gegen Fruchtfliegen hilft eine Falle aus etwas Rotwein oder ⅔ Apfelsaft, ⅓ Essig und drei Tropfen Spülmittel in einem Glas, evtl. wenig Wasser dazugeben. Der Geruch lockt die Fliegen an; sie ertrinken. Je nach Vorkommen mehrere Fallen aufstellen und nach Bedarf ersetzen. Gegen Ameisen bilden Zimtpulver, Lavendel oder Thymian eine natürliche Barriere. Evtl. hilft auch das Reinigen der Ameisenspur mit Essig- oder Zitronenwasser. Bei starkem Befall hilft wohl nur noch ein Ameisenköder (Drogerie, Detailhändler).

Wer Nahrungsmittel nicht wegwerfen will, kann verdächtigte Vorräte abkühlen/einfrieren. Wirksam wäre auch das Erhitzen auf 60 °C für mindestens 20 Minuten.

*Monika Neidhart, Goldau, ist Hauswirtschaftslehrerin und Fachjournalistin MAZ/FH, www.textwerke.ch

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