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Muss man mit 60 noch Impfungen auffrischen?

Wie verhält es sich mit der Auffrischung von Starrkrampf-, Polio- und Zeckenimpfung? Ist ab 60 Jahren eine Erneuerung überhaupt noch notwendig? Ist es empfehlenswert, auch andere Impfungen zu erneuern?

Verena Meyer-Mäder*
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Die Frage nach dem Auffrischen von Impfungen ist wichtig, denn Impfungen sind ein Paradebeispiel für gute Prävention. Allgemein kann zu den angesprochenen Impfungen Folgendes gesagt werden.

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Selbst kleine Verletzungen können bei Ungeimpften zu einem Wundstarrkrampf führen, wenn die Tetanus auslösenden Erreger in die Wunde eindringen. Bei den Säuglingen ist es wichtig, eine Grundimmunisierung für den Starrkrampf durchzuführen. Im Alter von 25 bis 65 Jahren reicht es nach den neuesten Empfehlungen, diese wichtige Impfung alle 20 Jahre zu wiederholen. Bis vor kurzem galt noch die Empfehlung alle 10 Jahre, was jetzt nur noch für über 65-Jährige gilt.

Anders sieht es aus, wenn eine frische Verletzung vorliegt. Dann wird je nach Wunde und Alter des Patienten die Tetanus-Impfung aufgefrischt, auch wenn die letzte erst 10 oder sogar nur 5 zurückliegt

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Nun wird es aber noch etwas komplizierter: Die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis), welche für Säuglinge wichtig ist, gibt es nur in Kombination mit der Impfung gegen Starrkrampf und Diphtherie. Der Keuchhusten sollte bei allen werdenden jungen Eltern sowie bei allen Kontaktpersonen von Säuglingen (inklusive Grosseltern) am besten noch vor der Geburt des Kindes aufgefrischt werden, wenn die letzte Impfung 10 oder mehr Jahre zurückliegt. Dass zu diesem Zeitpunkt die Tetanusimpfung vielleicht noch gar keine Auffrischung benötigt, spielt in diesem Fall keine Rolle.

Polio (Kinderlähmung)

Die Polioimpfung ist eine Erfolgsgeschichte. In der Schweiz sind seit längerer Zeit keine Polio-Erkrankungen mehr aufgetreten, was der guten Durchimpfung der Bevölkerung zu verdanken ist. Aber noch immer gibt es viele Erwachsene, die an Spätfolgen von Polio leiden, da vor 1960 noch keine entsprechenden Impfungen verfügbar waren. Weltweit gibt es bis heute diverse Länder, in denen diese schwere Krankheit weiterhin vorkommt.

Um einem Wiederauftreten der Polio bei uns vorzubeugen, sollten auch in der Schweiz weiterhin alle Kinder geimpft werden. Erwachsenen wird geraten, vor Reisen in Endemiegebiete (v. a. Afrika und Asien) die Impfung alle 10 Jahre aufzufrischen. Diese Empfehlung gilt auch für über 60-Jährige.

FSME (Zeckenimpfung)

Die FSME-Impfung schützt vor der von Zecken übertragenen viralen Frühsommer-Meningoencephalitis. Zecken können aber auch eine andere, durch Bakterien verursachte Krankheit (Borreliose) übertragen. Die Impfung schützt nur vor FSME, nicht aber vor der viel häufigeren Borreliose.

Die Impfung erfolgt durch 3 Injektionen und sollte gemäss den aktuellen Empfehlungen alle 10 Jahre aufgefrischt werden, auch bei älteren Personen, falls der Schutz noch nötig ist.

Grösseres Infektionsrisiko

Zur Frage der Leserin kann generell gesagt werden, dass mit über 60 Jahren die Impfungen weiterhin aufzufrischen sind, da das Infektionsrisiko mit dem Alter tendenziell grösser wird. Es gibt zusätzliche Impfungen, welche oft angeraten werden, je nach individueller Situation. Diese Angaben stützen sich auf die allgemeinen Empfehlungen des BAG. Im Einzelfall ist es aber oft nötig und sinnvoll, dass eine persönliche Beratung in der hausärztlichen Sprechstunde erfolgt.

* Dr. med. Verena Meyer-Mäder, FMH Allgemeine Innere Medizin, Medicum Wesemlin, Luzern. Infos: www.medicum-wesemlin.ch

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