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Ratgeber

Nach so vielen Jahren herrscht Leere zwischen uns

Ich und mein Partner (52 und 54) sind seit 26 Jahren ein Paar und haben viel zusammen erreicht, beruflich und mit zwei nun erwachsenen Kindern. Konflikte gab es selten, Sex leider auch. Wir sind uns so vertraut, dass wir ohne grosse Emotionen nebeneinanderher leben. Obwohl wir uns noch gernhaben, erdrückt uns diese Leere.
Birgit Kollmeyer*
Birgit Kollmeyer (Bild PD)

Birgit Kollmeyer (Bild PD)

Es gibt vieles, was sie beide verbindet, und es sind auch noch Liebesgefühle da. Wichtig scheint mir, dass Sie wieder aktiv etwas für die Beziehung tun und einander zeigen, dass Sie einander noch wichtig sind.

Ein Paar braucht gemeinsame schöne Erlebnisse. Und damit diese nicht zur Routine werden, sollten sie abwechslungsreich und zwischendurch auch besonders sein. Fragen Sie sich und gegenseitig, was Sie früher einmal gerne miteinander unternommen haben. Was davon könnten Sie wieder aktivieren? Gibt es auch etwas, was Sie noch nie gemacht, aber gerne einmal miteinander erleben möchten?

Teilen Sie Freude und Lasten

Diese Aktivitäten können auch den persönlichen Austausch wiederbeleben. Sprechen Sie darüber, was die Ereignisse bei Ihnen ausgelöst haben. Was ging Ihnen durch den Kopf, welche Gefühle hatten Sie dabei? Was beschäftigt Sie sonst noch? Teilen Sie Freuden und Belastungen miteinander, und hören Sie gut zu. Versuchen Sie zu verstehen, was im Gegenüber vorgeht – dabei sind konkrete Ratschläge zweitrangig.

Neben den grösseren Aktivitäten sind auch die kleinen Verhaltensweisen im Alltag bedeutsam: Bei den meisten langjährigen Paaren schlafen die kleinen Aufmerksamkeiten, die zu Beginn einer Beziehung ganz von allein fliessen, nach und nach ein. Schreiben Sie doch einmal auf, womit Sie dem anderen eine Freude machen können: mit Interesse, mit Komplimenten und Lob, kleinen Geschenken, mit der Organisation von Aktivitäten, die der andere gern hat ... Und setzen Sie regelmässig etwas Kleines um. Das Gute in Ihrer Beziehung wird dadurch wieder wachsen.

Kleine Berührungen

Was sich sehr auf die Stimmung sowohl des Gebenden als auch des Nehmenden auswirkt, sind kleine Berührungen. Sie zeigen besser als Worte die Verbindung zum anderen und lösen emotionale Nähe aus. Welche Berührungen oder Zärtlichkeiten wären für Sie stimmig? Sehr innig können längere Umarmungen sein. Bei vielen Paaren dauern sie nur wenige Minuten, wenn nicht gar nur Sekunden. Halten Sie einander wieder länger und versuchen Sie sich dabei zu entspannen.

Vielleicht könnte auch eine «Hautzeit» schön für Sie beide sein: ein Kuschelmoment, bei dem Sie sich – vielleicht auch nackt – spüren. Wichtig ist, dass Sie dabei kein Ziel ansteuern, sondern sich entspannen und auf Ihre Wahrnehmung konzentrieren. Überlegen Sie nicht, wie die Berührung wohl für den anderen angenehm ist. Streicheln Sie so, wie Sie selbst es spannend und genussvoll finden, denn so kommen Sie «raus aus dem Kopf und rein in den Körper». Der Partner wird sich schon melden, wenn etwas nicht passt. Gehen Sie auf Entdeckungsreise.

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber, Luzerner Zeitung, Maihofstrasse 76, 6002 Luzern. E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage Ihre Abopass-Nummer an.

Neben all diesen gemeinsamen Momenten braucht es aber auch Zeit für eigene Interessen, Hobbys und Freunde. Denn neben Nähe und Geborgenheit sind auch Autonomie und Distanz notwendig, um Anziehung und Spannung in der Partnerschaft zu erhalten.

Langjährige Beziehungen brauchen Engagement. Wichtig sind gemeinsame schöne Erlebnisse, die man miteinander planen kann. Wertvoll ist auch entspannter Körperkontakt ohne sexuelle Ziele. Auch je eigene Aktivitäten und Hobbys machen einen für den Partner wieder interessanter. (red)

*Birgit Kollmeyer, Dipl. Psychologin, Paar- und Sexualtherapie, Bern.

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