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Nächtliches Partypalaver: Muss ich das hinnehmen?

Ich (m, 61) wohne in einem Wohnblock mit vielen jüngeren Parteien. Grundsätzlich kommen wir gut aus, doch ab und zu kommt es zu Vorkommnissen, die mich ärgern: Grillabende bis in die Morgenstunden, Staubsaugen/Rasenmähen zu Unzeiten. Wie kann ich mich wehren, ohne Streit zu entfachen? Was sagt das Gesetz?

Michèle Ségouin*
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Wo viele Menschen auf engem Raum leben, ist eine gewisse Geräuschkulisse unausweichlich. Werden aber während der warmen Sommermonate Garten und Terrasse zum zweiten Wohnzimmer, steigt auch der Lärmpegel zu später Stunde. Wird diese Lärmbelästigung zum Dauerzustand, kann eine ernsthafte Belastung des Nachbarschaftsfriedens drohen.

Grundsätzlich gibt es zwei Lösungsansätze, um akustische Unannehmlichkeiten im Mietshaus in Schach zu halten:

Der einfachste Weg ist die direkte Kommunikation: Sprechen Sie Ihre Nachbarn an. Wobei es einige Regeln zu beachten gilt: Eine angriffige Schelte stösst meistens auf taube Ohren, und so gilt besonders bei diesem heiklen Thema: C’est le ton qui fait la musique. Appellieren Sie freundlich und respektvoll an die nachbarschaftliche Rücksichtnahme – Sie können damit verhindern, dass der Haussegen in Schieflage gerät. Ob als taktisches Hilfsmittel ein kleines Präsent an den Lärmverursacher schneller zum Ziel führt, ist fraglich. Umgekehrt kann die Ankündigung einer Fete – sei es am Anschlagbrett oder direkt an der Türschwelle – die Emotionen vorab tief halten.

Es empfiehlt sich, erst wenn eine friedliche Aussprache keine spür- oder hörbaren Erfolge erzielt, auf den zweiten Ansatz zurückzugreifen: die gesetzlichen Bestimmungen. Die Schweizer Gesetzgebung kennt eine Vielzahl an Verordnungen, die das friedliche Zusammenleben regeln. Meist sind sie jedoch schwammig formuliert und bringen somit keine Klarheit; zudem ist die Frage, ab wie vielen Dezibel eine Ruhestörung vorliegt, kantonal geregelt.

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Somit muss der Richter in jedem Einzelfall die konkreten Umstände betrachten, um zu beurteilen, was nicht mehr duldbar ist. Doch immerhin: Trotz Abweichungen im kantonalen Vergleich gelten allgemein Sonn- und Feiertage als «Ruhezeiten», an denen Staubsauger und Rasenmäher verräumt bleiben sollen. Zudem sind werktags zwischen 12 und 13 Uhr und zwischen 22 und 6 Uhr (kantonale Abweichungen!; orientieren Sie sich auf Ihrer Gemeinde) unter anderem das Musizieren auf lauten Instrumenten (Schlag-, Blasinstrumente) und das laute Abspielen von Musik (über Zimmerlautstärke) zu unterlassen. Ausgelassenes Feiern im Freien hat somit auch spätestens um 22 Uhr eine gesetzlich eingeräumte Grenze, doch auch hier: das Gespräch suchen, bevor die Polizei aufgeboten wird.

Grillieren auf dem Balkon

Wer sich am Grillieren auf Nachbars Balkon stört, hat es – sofern im Mietvertrag nicht speziell geregelt – aus rechtlicher Sicht schon schwerer: Es besteht kein Gesetz, das den Grillplausch per se verbietet. Im Einzelfall kann es allerdings zu gewissen Auflagen kommen, indem beispielsweise das Grillieren mit Holzkohle untersagt ist.

Damit es während des ohnehin kurzen Sommers zu keinem hitzigen Schlagabtausch kommt, ist gegenseitige Rücksichtnahme das Gebot der Stunde. Als Schlichtungsinstanz kann allenfalls die Verwaltung beigezogen werden – auch dieser Schritt empfiehlt sich erst, wenn der bilaterale Weg in eine Sackgasse geführt hat.

* Michèle Ségouin ist Knigge-Trainerin und diplomierte Hôtelière-Restauratrice / HR. Infos: www.dieanstandsdame.ch

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