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Ratgeber

Negativzins: Erhalte ich bald Geld für meine Hypothek?

Die Hypothekarzinsen sind in den letzten Monaten stark gesunken. Einige Banken sollen sogar für die Vergabe von Hypotheken zahlen. Kann auch ich damit rechnen, bald einen negativen Hypothekarzins und damit Geld für meine Hypothek zu erhalten?
Sharam Shad*

Die Hypothekarzinsen haben in der Tat ein neues Allzeittief erreicht. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Das Wachstum der Weltkonjunktur hat sich stark abgeschwächt, der Handelskonflikt zwischen den USA und China ist noch immer ungelöst, geopolitische Spannungen nehmen zu, und es herrscht zudem kaum Inflationsdruck.

Shahram Shad.

Shahram Shad.

Unterschiedliche Formen der Finanzierung

Trotzdem werden Sie sich in der Schweiz kaum auf negative Hypothekarzinsen freuen dürfen. Dies aus einem einfachen Grund: Für Banken, die für die Hypothekarvergabe klassischerweise Spargelder verwenden, ist jede Reduktion der Hypothekarzinsen mit weiteren Margeneinbussen verbunden. Denn die einfache «Milchbüechli»-Rechnung des Zinsdifferenzgeschäfts geht bei einem zu tiefen Zinsniveau nicht mehr auf.

Solange auf den Sparguthaben von Privaten bei Schweizer Banken keine Negativzinsen auf breiter Front verlangt werden, können die Hypothekarzinsen nicht unbegrenzt sinken. Wir gehen aktuell allerdings nicht davon aus, dass Bankinstitute diesen Schritt in naher ­Zukunft wagen.

Eine Frage der Anlagealternativen

Pensionskassen und Versicherungen haben einen etwas anderen Blickwinkel. Für sie geht es darum, ihr langfristig zur Verfügung stehendes Kapital in möglichst optimalem Rendite-Risiko-Verhältnis anzulegen. Da die Banken aufgrund ihres Refinanzierungsmodells nicht unter null gehen (können), werden auch Versicherungen und Pensionskassen vorerst keinen Drang verspüren, extrem viel günstiger oder sogar negativ zu offerieren, es sei denn, es mangelt an Anlage­alternativen.

Im Jahr 2015, als der Libor-Satz negativ wurde, haben die Banken zudem die Verträge der Libor-Hypotheken zu ihren Gunsten angepasst. In den neuen Verträgen wurde für den Libor-Satz, der als Basis und Berechnungsgrundlage für den Hypothekarzins dient, eine Untergrenze von null eingeführt. Solange der Libor-Satz im negativen Bereich liegt, zahlen Sie als Kunde als Hypothekarzins nur die vereinbarte Marge. Ein Hypothekarzins, der gegen null tendiert oder sogar negativ wird, ist so vertraglich nicht mehr möglich. Die Hypothekaranbieter werden daher auch bei Festhypotheken kaum von dieser Praxis abweichen.

Angebote verschiedener Anbieter vergleichen

Sie als Hypothekarnehmer sind trotz positiver Hypothekar­zinsen in einer komfortablen Situation: Die Zinsen werden noch mehrere Jahre tief bleiben. Nichtsdestotrotz ist ein Vergleich der Angebote der verschiedenen Anbieter unabdinglich, um das immer breiter werdende Angebot am Markt zu überblicken und somit das individuell richtige Finanzierungsmodell zu finden.

* Sharam Shad ist Vertriebsleiter bei Moneypark Deutschschweiz; www.moneypark.ch

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