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Ratgeber

Operation wegen Kortisontherapie verschieben?

Ich (w, 75) sollte demnächst meine Schulter operieren lassen, obwohl sie aktuell nicht gross schmerzt. Derzeit habe ich aber noch ein Lungenproblem und muss ein kortisonhaltiges Medikament nehmen. Ein Arzt sagte mir, es sei nicht gut, während der Kortisoneinnahme eine OP machen zu lassen. Weshalb ist das ein Problem?
Dr. med. Patrick Studer*
Dr. med. Patrick Studer.

Dr. med. Patrick Studer.

Bei einem planbaren, in der Fachsprache elektiv genannten Gelenkersatz sollten die bestmöglichen Voraussetzungen geschaffen werden, um mögliche Komplikationen zu vermeiden. Eine der gefürchtetsten Komplikationen bei solchen Eingriffen ist eine Infektion. Eine solche hat für die Betroffenen in aller Regel weitreichende Konsequenzen.

Das Risiko eines Infekts nach dem Einsetzen eines künstlichen Gelenkes hängt von verschiedenen beeinflussbaren und nicht beeinflussbaren Faktoren ab. Übergewicht, Diabetes, Rauchen und Medikamente wie eben Kortikosteroide sind nur einige Beispiele, die mit einem erhöhten Risiko einhergehen. Während andere Faktoren wie Geschlecht oder Alter nicht beeinflussbar sind, können die oben genannten Faktoren zumindest teilweise günstig beeinflusst werden, um das Infektrisiko zu verringern.

Das Problem der Kortikosteroide: Sie können zum einen die Immunabwehr eines Menschen nachteilig verändern und zum anderen – falls sie unsorgfältig gespritzt werden – direkt zu einer Infektion führen.

Bestmögliche Ausgangslage anstreben

Wichtig ist es, die beeinflussbaren Faktoren im Vorfeld zu erkennen und diese nach Möglichkeit zu verbessern, um eine möglichst gute Ausgangslage für die geplante Operation zu schaffen.

Der häufigste Grund für einen Gelenkersatz sind Schmerzen am betroffenen Gelenk, hervorgerufen durch eine Arthrose (Gelenkverschleiss). Selbstverständlich ist der Gelenkersatz nicht die einzige Möglichkeit zur Behandlung von Arthroseschmerzen, sondern vielmehr die letzte Option in der ganzen Behandlungskette. Die Therapiemöglichkeiten bedürfen aber einer individuellen Beurteilung und Beratung durch den behandelnden Hausarzt und einen orthopädischen Fachspezialisten.

Kortisonhaltige Medikamente haben einen stark entzündungshemmenden Effekt. Dieser führt bei Arthroseschmerzen in der Regel zu einer Beschwerdelinderung, weil die Schmerzen meist durch die Entzündungsreaktion im Gelenk hervorgerufen werden.

Abwarten ist sinnvoll

Da Sie aktuell ein Kortisonpräparat einnehmen, sind sehr wahrscheinlich deshalb Ihre Schulterschmerzen gegenwärtig nicht so stark ausgeprägt. Auch wenn ich nur über die paar wenige Angaben über Sie verfüge, erachte ich es deshalb als sinnvoll, mit der Operation der Schulter zuzuwarten, bis die Kortison-Behandlung abgeschlossen ist. Dadurch kann das Risiko von Komplikationen gesenkt werden.

Das lohnt sich, denn ein Gelenkersatz aufgrund einer Arthrose dient primär der Schmerzreduktion. Der Erhalt, oder im besten Fall die Verbesserung der Mobilität sind weitere Punkte, welche diesen Eingriff zu einem der erfolgreichsten überhaupt machen und dadurch die Lebensqualität der Betroffenen in vielen Fällen verbessern können.

* Dr. med. Patrick Studer ist Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, www.hirslanden.ch.

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