Ratgeber

Osterfladen: Woher kommt der Brauch?

In vielen Gegenden ist es Tradition, zu Ostern den Osterfladen zu backen. Können Sie etwas über diesen Brauch berichten und ein gutes Rezept vermitteln?

Monika Neidhart*
Drucken
Teilen
Monika Neidhart

Monika Neidhart

Ostern ist, neben Weihnachten, das höchste Fest im Christentum. Da ist es selbstverständlich, dass dieser Jubeltag auch in der Kulinarik seinen Ausdruck findet.

Nicht zufällig spielen das Ei, der Hase oder auch Reis respektive Weizen dabei eine grosse Rolle. Diese Nahrungsmittel stehen alle für die Fruchtbarkeit, neues Leben und die schöpferische Kraft, die mit dem Frühlingsbeginn sowohl in der Natur als auch im übertragenen Sinn im Glauben sichtbar ist.

Das Ei hat in der Geschichte vieler Völker eine grosse Bedeutung. Bereits vor über 5000 Jahren verschenkten Chinesen zum Frühlingsfest bunte Eier. Die Christen nahmen das Symbol des Eis schon früh auf. Weil neues Leben aus einem scheinbar toten Ei hervorgeht, ist es zu einem Symbol für das Aufbrechen des Grabes am Ostersonntag und für die Auferstehung geworden. Aus einem einzigen Reis- oder Weizenkorn wiederum entsteht ein Mehr­faches an neuem Leben.

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber, «Luzerner Zeitung», Maihofstrasse 76, 6002 Luzern  E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch. Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage Ihre Abopass-Nummer an.

Das Ostertörtli vereint Eier mit Reis/Weizen zu einem flachen Gebäck, das – je nach Dialekt – auch als Chüechli oder Fladen bezeichnet wird. Schon im 10. Jahrhundert soll es am Hof des römisch-deutschen Kaisers Otto der Grosse eine Art Osterkuchen gegeben haben. Eines der ältesten Rezepte findet man im Kochbuch «Ein köstlich new Kochbuch» von Anna Wecker aus dem Jahr 1598. Damals wurde die Füllung auch mit Brot gemacht. Ein solches Rezept findet sich auch im «Berner Kochbuch» (ehemaliges Berner Lehrmittel für Hauswirtschaftsunterricht). Es schlägt auch eine Füllung mit Griess (grob gemahlener Weizen) oder Rundkornreis (Reis, der auch für Milchreis verwendet wird) vor.

Rezept aus «Tiptopf»

Mein Lieblingsrezept stammt aus der ersten/zweiten Ausgabe des «Tiptopf» (in der aktuellsten dritten fehlt das Rezept).

Mürbeteig (für ein Blech von 26 cm Durchmesser, eine Springform von 22–24 cm oder für 12–15 Förmchen): 200 g Mehl, ½ TL Salz in Schüssel mischen, 100 g kalte Butter in Flocken dazugeben. Mit den Fingern verreiben, bis die Masse gleichmässig fein ist. 2 EL Zucker und etwas Zitronen­schale beigeben, mischen. 1 Ei verklopfen, mit der Mehlmasse rasch zu einem homogenen Teig zusammenfügen, kühlstellen.

Füllung: 4 dl Milch aufkochen, 1 Prise Salz dazugeben. 4 EL Griess oder 3 EL Rundkornreis einrühren. Sanft 10 Min. (Reis 30 Min.) köcheln lassen. ½ Zitrone: Schale dazu reiben, Saft auspressen und zugeben. 50 g Butter, je 2–3 EL Zucker, Sultaninen und Mandeln beifügen. Mischen. Leicht auskühlen lassen. 3 Eier: trennen, Eigelb unter die Masse rühren, Eiweiss steif schlagen und sorgfältig unter die Masse ziehen.

Form ausbuttern, mit selber gemachtem oder gekauftem Teig belegen. Teigboden mit 2 EL Aprikosenkonfitüre (oder anderer säuerlicher Konfi) bestreichen. So bleibt er knusprig, und die Säurenote gibt das gewisse Etwas. Füllung auf Teigboden verteilen. Backen in unterer Ofenhälfte bei 220 °C, kleine Formen 15–25 Min., Blech 30–35 Min. Auskühlen lassen. Vor dem Servieren mit Ostereili, kleinen Osterhasen oder Puderzucker ausgarnieren.

Ob ins Ostertörtli Weinbeeren oder Sultaninen (helle Traubensorte) gehören oder nicht, ob es mit Blätterteig oder Mürbeteig gemacht wird, ist Geschmackssache. Geniessen Sie sie so, wie es Ihnen am besten mundet. Von Herzen: frohe Ostern!

*Monika Neidhart, Goldau, ist Hauswirtschaftslehrerin und Fachjournalistin MAZ/FH, www.textwerke.ch

Ratgeber

Ich vergleiche den neuen Partner mit meinem Ex

Ich (w, 36) lebe seit einem Jahr in einer neuen Beziehung, in der für mich vieles stimmt. Dennoch irritiert mich, dass ich meinen aktuellen Partner oft mit meinem Ex vergleiche. Oder auch mit anderen Männern in meinem Umfeld. Ich komme dann ins Grübeln, ob er der Richtige ist, und lasse mich verunsichern.
Andrea Munz*
Ratgeber

Hautkrankheit führt zu Glatzenbildung – was hilft?

Seit Jahren leide ich (w, 72) an einer Knötchenflechte, betroffen ist vor allem die Kopfhaut. Sie fühlt sich rau an, und ich bekomme allmählich eine Glatze wie ein Mann! Der Arzt hat mir Cortison verschrieben, das ich täglich auf die Kopfhaut auftragen musste. Leider ohne Erfolg. Gibt es andere Therapien gegen diese lästige Krankheit?
Dr. med. univ. Jan Eggen*
Ratgeber

Wie können wir uns gegenseitig begünstigen?

Wir (50 und 51) sind verheiratet und haben zwei Kinder (12 und 14). Wir möchten uns gegenseitig so absichern, dass im Falle eines Todes der andere Ehepartner die maximale Begünstigung erhält. Konkret möchten wir, dass der Partner unsere Eigentumswohnung weiterhin bewohnen kann. Wie können wir dies rechtsgültig umsetzen?
Lic. iur. Marcel Vetsch*
Ratgeber

Wie gelingt das Ostergitzi garantiert?

Vielerorts ist es Tradition, als österliches Festessen Gitzi aufzutischen. Ich würde das auch gerne mal versuchen. Worauf ist da zu achten beim Kauf, bei der Zubereitung? Gibt es dazu leckere Rezepte?
Herbert Huber*