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Ratgeber

Prostata-OP: Gibt es eine schonendere Alternative?

Ich(m, 69) leide unter einer gutartigen Prostatavergrösserung. Deshalb muss ich in nächster Zeit die sogenannte «kleine» Prostataoperation in Betracht ziehen. Gibt es Alternativen zu dieser Operation? Mich interssiert speziell die Rezüm-Wasserdampftherapie, von welcher mir aber mein Urologe eher abrät. Sie auch?
Dr. med. Mark Meier*

Beinahe jeder zweite Mann ist im höheren Alter in unterschiedlichen Ausprägungen von Miktionsbeschwerden (Blasenentleerungstörung) durch eine gutartige Prostata-Vergrösserung betroffen. Dadurch kommt kommt es zu einer Einengung der prostatischen Harnröhre und den damit verbundenen Symptomen: schwacher Harnstrahl, häufiges und nächtliches Wasserlösen, unvollständige Entleerung der Harnblase

Dr. med. Mark Meier.

Dr. med. Mark Meier.

Medikamentös stehen neben pflanzlichen Präparaten mit Sägepalm- oder Kürbiskernextrakt sogenannte Alpha- Blocker zur symptomatischen und 5-alpha-Reduktasehemmer zur progressionshemmenden Therapie zur Verfügung.

Bei sich verschlechternder Symptomatik kommen wie bei Ihnen operative Verfahren zum Einsatz. Das Ziel dieser Operationen ist es, das einengende Prostata-Gewebe zu entfernen oder zu schrumpfen, um so den Urinfluss durch die Harnröhre wieder zu verbessern.

Die weltweit etablierteste Therapie – und damit der Goldstandard in Sachen Effizienz und Nebenwirkungen – ist die transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P; auch «kleine Prostata-Operation» genannt). Hier wird mit einer elektrischen Schlinge und einem entsprechenden Hochfrequenzstrom die Prostata von innen ausgeschält. Prostata-Beschwerden lassen sich so dauerhaft lindern. Etwa 80 von 100 Männern, die sich einer TUR-P unterziehen, haben neun Monate nach dem Eingriff nur noch leichte Prostata-Beschwerden und müssen beispielsweise nach der OP nachts nur noch einmal oder gar nicht mehr zur Toilette gehen.

Auch Operationsverfahren, bei denen Laserstrahlen als Energiequelle zum Abtragen oder Zerstören von Prostata-Gewebe benutzt werden, haben sich als individuelle Alternativen in punkto Sicherheit und Effizienz etabliert.

Neben etablierten Verfahren gibt es einige mehr oder weniger erfolgsversprechende Therapieoptionen. Als Beispiele sind hier die Prostata-Embolisation, die Uro-Lift- oder die von Ihnen genannte Rezüm-Therapie zu nennen.

Bei der Rezüm-Therapie wird mittels thermischer Energie mit Hilfe von heissem Wasserdampf eine gezielte Zerstörung von Prostata-Gewebe durchführt. Die Wirksamkeit scheint laut aktuellen Studien gegeben zu sein, vor allem bei Patienten, die am Anfang der Erkrankung stehen und noch keine unvollständige Blasenentleerung haben. Allerdings gibt es noch keine durch Studien belegte Langzeitergebnisse

Prostatakrebs könnte übersehen werden

Ein Vorteil besteht möglicherweise in der kürzeren Hospitalisations- und Erholungszeit. Nachteilig ist aber sicherlich, dass bei dieser Methode kein Gewebe entnommen werden kann und so die bis zu 10 Prozent vorkommenden, unbemerkten Prostata-Karzinome verpasst werden.

Gemeinsam mit dem Urologen sollte man Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren individuell abwägen. Wie bei allen chirurgischen Eingriffen ist es auch sehr wichtig, wie viel Erfahrung der Urologe mit einer bestimmten Methode hat.

* Dr. med. Mark Meier ist Facharzt für Urologie, spez. Operative Urologie, www.hirslanden.ch.

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