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RATGEBER: Arthrose in den Lendenwirbeln: Was kann man tun?

Ich (w, 72) habe anscheinend Arthrose in den Lendenwirbeln. Der Arzt sagte mir, da könne man nicht viel machen. Falls es schlimmer werde, würde er mir schmerzstillende Spritzen geben. Ich bin sonst gesund. Vor 14 Jahren bekam ich ein neues Hüftgelenk. Kann man wirklich nichts machen bei Lendenwirbel-Arthrose?
Dr. Med. Stephan Gmeiner
Manuelle Therapie der Lendenwirbelsäule. (Bild: KTH (imago stock&people))

Manuelle Therapie der Lendenwirbelsäule. (Bild: KTH (imago stock&people))

Arthrose der Facettgelenke (Wirbelgelenke), welche gemeinsam mit den Bandscheiben die Wirbel untereinander direkt verbinden und andererseits auch den grossen Bewegungsumfang der Wirbelsäule erst ermöglichen, weisen im Laufe des Lebens zunehmend Verschleisserscheinungen auf. Das gehört in den meisten Fällen zum «normalen» Altern dazu.

Diese Arthrosen führen – gleich wie Abnützungen der Bandscheiben – relativ selten von sich aus zu Kreuzschmerzen. Viele Studien zeigen, dass viele strukturelle Veränderungen an der Wirbelsäule nicht mit dem Befinden des Menschen in Beziehung stehen.

Grundsätzlich ist bei der durch Röntgen, CT oder MRT festgestellten Diagnose Arthrose zu hinterfragen, wodurch diese ausgelöst worden sein könnte.

Zum einen kommen chronisch entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis und Morbus Bechterew in Frage, zum anderen biomechanische Ursachen aufgrund der unzu­reichenden Stabilität der Wirbelsäule. Dies führt zu Überlastung der Facettgelenke und mündet letztlich ebenso in Arthrose.

Zudem ist auch das Arthrose­ausmass von nicht unerheblicher Bedeutung. Durch einen kontinuierlichen Knochen­anbau am arthrotischen Facettgelenk kommt es zu schrittweiser Ein­engung des Spinalkanals sowie der Austrittsstellen für die Spinalnerven, die in jeder Band­scheibenetage vom Duralsack abgehen. Dadurch können ­nervale Strukturen eingeklemmt werden und zu Schaufensterkrankheit oder Ischiasschmerzen führen.

So verschieden die Ursachen für Arthrose sein können, so unterschiedlich sind die Therapie­ansätze. Chronisch entzünd­liche Erkrankungen sind primär durch Einnahme von Anti­rheumatika zu behandeln.

Bei der Schaufenster­krankheit (Spinalkanal­einengung) oder Ischias­schmerzen können CT-gezielte Infiltrationen (Gemisch aus Cortison und Lokalanästhetikum) hilfreich sein. Wenn diese nicht nachhaltig wirksam sind, stehen erfolgversprechende operative Möglichkeiten zur Verfügung, wobei zunehmend minimal­invasive Operationstechniken zur Entlastung der nervalen Strukturen im Vormarsch sind.

Bei all diesen Erkrankungen sind im Rahmen der Behandlung therapeutische Begleitmass­nahmen unabdingbar, um Muskel­verspannungen und Faszienverklebungen am Be­wegungsapparat, die durch zu wenig Bewegung, Schon­haltungen und falsche Bewegungsmuster entstanden sind, zu lösen. Zusätzlich sind Therapiemassnahmen zur Verbesserung der Beweglichkeit erforderlich, ebenso ist durch Muskelaufbau eine Optimierung der Wirbelsäulenstabilisation anzustreben.

Um diese Ziele zu erreichen, gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. In alphabetischer Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Akupunktur, Aqua-Jogging und -Walking, Chiropraktik, ­Faszientraining, Feldenkrais, Funktionelles Muskeltraining, McKenzie-Konzept, medizinische Trainingstherapie, Osteopathie, Pilates, Qi-Gong, Rücken­gymnastik, Tai-Chi, Yoga usw.

Dr. med. Stephan Gmeiner, Facharzt für Neurochirurgie, spezialisiert auf Wirbelsäulen­chirurgie, www.

www.hirslanden.ch

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