Umzug: Worauf müssen wir bei der Offerte achten?

Wir werden umziehen. Wir haben drei Kostenvoranschläge erstellen lassen. Bei einer Offerte werden Kosten für Mittagessen, Anfahrtszeit usw. berechnet und Pausen erwähnt. Bei einem anderen Angebot wird nichts davon aufgeführt und nur der Preis pro Stunde/Arbeiter angegeben. Gibt es Regeln für die Kostenvoranschläge?
Hugo Berchtold
Umzugskarton. (Symbolbild) (Bild: Markus Forte/Archiv LZ (Luzern, 18. September 2018))

Umzugskarton. (Symbolbild) (Bild: Markus Forte/Archiv LZ (Luzern, 18. September 2018))

Rechtliche Vorschriften für den Inhalt eines Kostenvoranschlags für den Umzug gibt es nicht: Es liegt an Ihnen, die Vorschläge einzuschätzen und evtl. präzisieren zu lassen. Mit dem frühzeitigen Einholen von drei Offerten haben Sie schon einen wichtigen Schritt gemacht.

Allgemein sollten Sie beim Vergleichen der Angebote folgende Punkte beachten:

— Nach Aufwand: Das Umzugsunternehmen sollte in der Offerte die Anzahl Zügelmänner, den Stundensatz, die Anzahl Stunden und den Umzugswagen auflisten. Anhand dieser Positionen werden die Gesamtkosten im Voranschlag errechnet. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie dem Unternehmen alle Aufwendungen mitteilen. Ein seriöses Unternehmen wird in Ihrer Wohnung vor Ort einen Augenschein vornehmen, um eine realistische Offerte machen zu können.

— Vereinbaren Sie aber auch ein Kostendach, das nicht überschritten werden darf.

— Legen Sie auch fest, welche Arbeiten vom Zügelunternehmen geleistet werden muss, evtl. nicht nur Abbau, sondern auch Aufbau der Möbel, Reinigung der alten Wohnung usw.

Allgemeine Regelungen: Um Unstimmigkeiten zu vermeiden, sollte möglichst viel im Voraus geregelt sein wie:

— Verrechnung von Pausen (Beispiel: alle vier Stunden 20 Minuten). Die Mittagspause gilt nicht als Arbeitszeit, sehr wohl aber die Znünipause.

— Nebenkosten wie Entsorgungsgebühren, Stockwerkzuschläge.

— Verpflegungskosten: An sich sollte das Sache der Firma sein, doch wenn es in der Offerte festgelegt ist, müssen Sie dafür aufkommen. Zusätzliche Getränke und Sandwiches können evtl. die Moral der Truppe stärken und das Zügeln schneller machen. Was Sie bereitstellen wollen, bleibt Ihnen überlassen.

— Extrakosten für schwere Gegenstände wie zum Beispiel ein Klavier oder einen Tresor.

— Versicherung: Stellen Sie sicher, dass das Unternehmen über eine Frachtführer- und Betriebshaftpflichtversicherung verfügt. Ein allfälliger Selbstbehalt sollte zu Lasten der Firma gehen.

— Trinkgeld: Empfohlen sind 10 Franken pro Mann und halben Tag. Dieses ist freiwillig, wird aber bei guter Arbeit erwartet.

— Mehrwertsteuer: Alle Kosten sollten inklusive Mehrwertsteuer von 7,7 Prozent aufgeführt sein.

— Bei der Offerte sollten auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Umzugsfirma aufgeführt sein. Achten Sie auf etwaige Einschränkungen oder Sonderbedingungen.

— Bezahlung: Es ist noch sehr verbreitet, die Kosten direkt nach dem Umzug bar zu bezahlen. Wenn Sie auf einer Rechnung bestehen, müssen Sie diese vorher ausdrücklich verlangen. Leisten Sie aber keine Vorauszahlung.

— Fixpreis: Diese Variante wird angesichts der schwer kalkulierbaren Faktoren von Unternehmen weniger angeboten. Haben Sie eine Offerte mit einem Festpreis erhalten, so stellen diese Kosten den endgültigen Preis für Ihren Umzug dar.

Hugo Berchtold, Redaktor Ratgeber

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