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RATGEBER: Wie kann ich meinen Neffen als Nacherben einsetzen?

Ich (64, kinderlos) habe mit meiner Partnerin (55, kinderlos) eine Wohnung gekauft. Ich möchte der Partnerin mein gesamtes Vermögen vermachen. Da ich mich mit ihrer Familie nicht verstehe, möchte ich, dass nach ihrem Ableben mein Vermächtnis (was davon übrig bleibt) an meinen Neffen geht. Wie kann ich das bewerkstelligen?
Lic. Iur. Concetta Costa Oreiller,
Symbolbild Erbschaft. (Bild: Philipp Schmidli/Archiv LZ)

Symbolbild Erbschaft. (Bild: Philipp Schmidli/Archiv LZ)

Sofern Sie keine weiteren pflichtteilgeschützten Erben (in Ihrem Fall allenfalls die Eltern) hinterlassen, können Sie frei verfügen und Ihrer Partnerin Ihr gesamtes Vermögen zuwenden. Da Ihre Partnerin keine gesetzliche Erbin ist, erbt sie nicht automatisch, sondern es ist notwendig, dass Sie Ihre Partnerin in einem handschriftlichen oder öffentlich beurkundeten Testament oder Erbvertrag ausdrücklich begünstigen.

Vor- und Nacherbschaft

Um zu verhindern, dass nach dem Ableben der Partnerin Ihr Vermögen der Familie oder den allfällig eingesetzten Erben Ihrer Partnerin zufällt, können Sie Ihrer Partnerin Ihr Vermögen als sogenannter Vorerbin zuwenden und Ihren Neffen als Nacherben auf den Überrest einsetzen. Ihre Partnerin kann somit über die Erbschaft verfügen und diese verbrauchen. Ohne Ihren anders lautenden Willen kann sie aber Ihr Vermögen grundsätzlich nicht verschenken oder weitervererben. Ist beim Ableben der Partnerin dannzumal noch etwas von Ihrem Vermögen beziehungsweise von Ihrer Erbschaft übrig, so fällt dieser Überrest Ihrem Neffen als Nacherbe zu.

Möglich ist auch, der Partnerin das gesamte Vermögen oder Teile davon mit der Verpflichtung zur Sicherstellung als Vorerbin zu übertragen. Wird die Sicherstellung beispielsweise nur für den Anteil an der Wohnung verfügt, so erfolgt die Sicherstellung durch die Vormerkung der Auslieferungspflicht im Grundbuch.

Ersatzperson als Nacherbin

Damit nach Ihrem Ableben Ihr Wille gemäss Ihren Anordnungen umgesetzt wird, ist es empfehlenswert, eine unabhängige (Fach-)Person als Willensvollstreckerin einzusetzen. Nebst der Durchsetzung des Willens des Erblassers ist der Willensvollstrecker insbesondere für die Verwaltung der Erbschaft, die Bezahlung der Erbschaftsschulden und die Vorbereitung der Erbteilung zuständig. Zu berücksichtigen ist, dass, falls Ihr Neffe vor Ihrer Partnerin ableben sollte, die Erbschaft bei Ihrer Partnerin beziehungsweise bei deren Erben verbleibt. Es ist deshalb wichtig, dass Sie für einen solchen Fall eine entsprechende Ersatzperson als Nacherbin anstelle Ihres Neffen bezeichnen.

Vorkehrungen treffen

Beim Eintritt des Nacherbfalles, d. h. beim Ableben des Vorerben, kann es vorkommen, dass die Vorerbschaft (das Nachlassvermögen des Erblassers) und das Vermögen des Vorerben nicht auseinandergehalten werden können, weil die beiden Vermögen im Laufe der Jahre vermischt worden sind. Es ist dann nicht klar, ob überhaupt und in welchem Umfang ein allfälliges Restvermögen besteht. Um Unklarheiten vorzubeugen, ist es deshalb sinnvoll, im Testament beziehungsweise im Erbvertrag zu regeln, ob die Vorerbin beispielsweise das eigene Vermögen aufbrauchen soll, bevor sie über die Vorerbschaft verfügt.

Lic. iur. Concetta Costa Oreiller,

Fachanwältin SAV Erbrecht, Bühlmann, Costa, Horvath, Luzern, www.neustadt-

advokatur.ch

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