Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

RECHT: Wie kann ich mein Erbe diskret verteilen?

Ich (60, m, ledig, kinderlos) möchte meine Wohnung einer meiner Schwestern, mein Barvermögen teils meiner anderen Schwester, teils meinen Patenkindern vererben. Um eine Neiddebatte zu vermeiden, möchte ich nicht, dass diese Erben sehen, wie viel ich im Gesamten hinterlassen habe. Wie kann ich die Diskretion wahren?
Lic. Iur. Marcel Vetsch
Ein Schlüssel wird an ein Paar übergeben. (Bild: Imago Stock)

Ein Schlüssel wird an ein Paar übergeben. (Bild: Imago Stock)

Da Sie nicht verheiratet sind und keine Kinder haben, haben Sie keine pflichtteilsgeschützten Erben (sofern Ihre Eltern nicht mehr leben). Ihre zwei Schwestern sind zwar gesetzliche Erben, sie sind aber nicht pflichtteilsgeschützt. Somit können Sie über Ihr gesamtes Vermögen mit Testament frei verfügen und beliebige Personen begünstigen.

Informationsrecht der Erben

Erben haben von Gesetzes wegen ein umfassendes Informations- und Einsichtsrecht. In der Regel lässt ihnen die zuständige Teilungsbehörde jeweils auch das Erbschafts­inventar zukommen, welches Auskunft über den Umfang des Nachlasses gibt. Diese Einsichtnahme in Ihr Nachlass­vermögen lässt sich also nicht verhindern, wenn Sie die genannten Personen als Erben einsetzen.

Erben und Vermächtnis­nehmer

Sie haben aber die Möglichkeit, bestimmte Personen nicht als Erben, sondern als Vermächtnisnehmer zu begünstigen. Vermächtnisnehmer ist, wer vom Erblasser beispielsweise mit einer einzelnen Erbschaftssache bedacht wurde, ohne dass er als Erbe eingesetzt wurde. Der Vermächtnisnehmer ist nicht Mitglied der Erbengemeinschaft, ihm stehen die Informationsrechte der Erben nicht zu, und er haftet auch nicht für die Erbschaftsschulden.

Auf genaue Formulierung achten

Sie können also mit Testament einer Ihrer Schwestern die Wohnung und anderen Personen bestimmte Barbeträge mittels Vermächtnissen zuwenden. Dabei müssen Sie bei der Formulierung im Testament darauf achten, dass diese Zuwendungen klar als Vermächtnisse bezeichnet werden, ansonsten diese als blosse Teilungsvorschriften für die Erben gelten.

Die Ausrichtung der Vermächtnisse an die Begünstigten geschieht nicht automatisch und wird auch nicht von der Teilungsbehörde ausgeführt. Das heisst, jemand muss die Erbteilung und die Ausrichtung der Vermächtnisse «an die Hand nehmen» und auch die damit verbundenen administrativen Arbeiten erledigen.

Ich empfehle Ihnen, mindestens eine Person, die aus Ihrer Sicht Einsicht in Ihre Vermögensverhältnisse haben darf, als Erben einzusetzen, damit diese Person die genannten Aufgaben übernehmen kann. Das könnte Ihre Schwester sein, welche die Wohnung erhält. Sie haben aber auch die Möglichkeit, im Testament einen Willensvollstrecker einzusetzen, welcher dann diese Aufgaben ausführt.

Bitte beachten Sie beim Testament, dass dieses handschriftlich sein muss, damit es formgültig ist. Das Testament muss von Anfang an bis zum Schluss von Hand geschrieben, datiert und mit der Unterschrift versehen werden. Eine andere Möglichkeit ist, das Testament bei einem Notar öffentlich beurkunden zu lassen, welcher Sie bei der Formulierung des Testaments auch beraten kann.

Lic. iur. Marcel Vetsch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.