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Ratgeber

Rückenschmerzen: Hilf dir selbst

Rückenschmerzen sind ein Volksleiden. Oft findet man aber keine spezifische Ursache. Wer sich selbst helfen kann, ist im Vorteil. So dachten auch der Luzerner Ludek Martschini und der Urner Samuel Kempf.
Natalie Ehrenzweig

Grafiker Ludek Martschini ist weder übergewichtig noch unsportlich, aber er gibt zu: «Beim Arbeiten sitze ich natürlich fast die ganze Zeit.» Ob das der Grund für seine Rückenschmerzen ist, die bei ihm schleichend einsetzten, als er Anfang 50 war? «Ich hatte vorab Schmerzen im Kreuzbereich. Deshalb ging ich zum Arzt». Der hat ihn geröntgt und in die Röhre geschickt, ohne etwas Gravierendes zu finden. Ludek Martschini (58), gleichnamiger Sohn des legendären und 2014 verstorbenen Kunstturnerinnen-Trainers («Martschini-Girls») hat dann verschiedenste Behandlungen ausprobiert: Akupunktur, Massagen, Osteopathie, Schmerztherapie. Doch nichts half ihm so richtig.

Ähnlich erging es Samuel Kempf (40). Der gebürtige Urner hat während jahrelangem intensivem Snowboarden und Skifahren einige Verletzungen erlitten und leidet seit zehn Jahren unter chronischen Schmerzen im Kreuz- und Gesässbereich. «Ich habe mich auf einige alternativmedizinische Ansätze eingelassen, war beim Chiropraktiker, hab die Schwingkissentherapie versucht. Immer mehr habe ich mich mit der Körperstatik befasst und mit Muskeln, Bindegewebe und Faszien beschäftigt», erzählt er.

Fast jeder hat es mal im Rücken

Laut der Rheumaliga Schweiz leiden vier Fünftel der Erwachsenen im Laufe des Lebens einmal oder wiederholt an Rückenschmerzen. Dabei findet sich für 85 Prozent der Schmerzen keine genaue Ursache. Vermutet werden unspezifische Ursachen wie Muskelverspannungen. Um genau diese Art Rückenschmerzen versuchen sich Ludek Martschini und Samuel Kempf zu kümmern.

«Nachdem keine Behandlung länger geholfen hat, habe ich mich damals mit meinem Vater beraten», sagt Ludek Martschini. Sein Vater war zu jener Zeit, als das Migros-Fitnesscenter im Luzerner Tribschenquartier öffnete, Sport­leiter. Er hat die Rückengymnastik geleitet – Kurse, die laut Ludek jun. immer voll ausgebucht waren.

Zusammen haben Vater und Sohn 25 Übungen ausgewählt, die der Grafiker fortan täglich absolvierte. «Mein Vater hat betont, dass Dehnen sehr wichtig ist und konsequent gemacht werden muss, sonst nütze es nichts. Erst hat mein Rücken nach diesen Übungen sogar etwas mehr geschmerzt, aber dann, nach etwa einem halben Jahr, waren die Schmerzen weg. Deshalb habe ich mit den Übungen weitergemacht – jeden Tag», betont ­Ludek Martschini.

Verschiedene Übungen, verschiedene Stile

Er zeigte seine Übungen Freunden, machte Skizzen. So entstand die Idee, ein Booklet zu kreieren. «Erst wollte ich das Projekt allein durchziehen, dann dachte ich: Verschiedene Leute bringen unterschiedliche Stile zusammen, so wird das Ganze auch künstlerisch breit», sagt Ludek Martschini. So realisierte er das Booklet «Rückenpflege» mit elf anderen Grafikern und Illustratoren aus der Zentralschweiz: Nina Auer, Fabienne Angehrn, Felice Bruno, Sandra de Léon, Alice Kolb, Gabi Kopp, Bruno Muff, Julia Massimino, Jonas Raeber und Line Rime und Melk Thalmann. Initiant Martschini: «Mein Ziel ist es nun, das Ganze auszubauen, die Webseite zu erweitern und die Erfahrungen von Betroffenen einfliessen zu lassen.»

Ähnlich ergeht es Samuel Kempf. «Mir ist die Eigenbehandlung wichtig, denn ich wollte nicht immer Geld für Massagen ausgeben. Es gab zwar schon Massagegeräte, aber die meisten waren zu gross und haben zu wenig Druck erzeugt», erläutert er. So ging der gelernte Polymechaniker hin und entwickelte mit dem Backrelease ein handliches multifunktionales Gerät zur Selbstmassage. Damit kann er Muskelverspannungen selbst lösen. «Jetzt versuche ich, mit Kickstarter die Finanzierung zusammenzubekommen», so der 40-Jährige.

Während der Zeit, in der er viel gelesen und recherchiert hat, hat er ein Physiotherapeuten-Team kennen gelernt, das ihn mit Übungen und Ratschlägen unterstützt. «Seit etwa einem halben Jahr habe ich die Rückenschmerzen im Griff. Nun möchte ich den Backrelease auch anderen zugänglich machen und ihn in der Schweiz aus Holz produzieren lassen», sagt Samuel Kempf.

Hilfe zur Selbsthilfe ist sowohl dem Übungsbooklet wie auch dem Selbstmassagegerät gemeinsam. Ob die zwei Massnahmen hilfreich seien, könne man nicht allgemein beurteilen: «Wie bei fast allem gibt es wahrscheinlich Leute, bei denen die Übungen oder die Selbstmassage Besserungen bringt, aber auch andere, die keine positive Wirkung erfahren», so Markus Noger vom Luzerner Kantonsspital. ­Einen Versuch wert sind die beiden Selbsthilfetherapien also allemal.

Ludek Martschini: «Rückenpflege – Illustriertes Pflegeprogramm zur täglichen Anwendung für einen schmerzfreien Rücken», Format 10,5x10,5 cm. Zu beziehen unter www.ruecken-kunst.ch, Fr. 17.– (inkl. Porto und Verpackung).
Samuel Kempf: www.backrelease.com

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